Schweiz: Diskussion über Fristenregelung

16. August 2001, 15:56
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Komitee kritisiert Plakatserie von AbtreibungsgegnerInnen

Bern - Beim Thema Fristenregelung gehen in der Schweiz die Emotionen hoch. Das Komitee "Ja zur Fristenregelung" verurteilt eine Plakatserie von Abtreibungs-GegnerInnen. Die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind sagt dagegen, dass sich ihre Aussagen dokumentieren liessen. "Die Fristenlösung ermöglicht Abtreibungen bis zur Geburt", ist auf einem Plakat der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) zu lesen. Das Plakat hängt seit einigen Tagen. Mit fünf unterschiedlichen Aussagen wendet sich die SHMK gegen die Fristenlösung, die das Parlament im Frühling verabschiedet hat.

Das überparteiliche Komitee "Ja zur Fristenregelung" verurteilt die Plakate "mit allem Nachdruck", wie es in einem Communique schreibt. Dass die Fristenregelung Abtreibungen bis zur Geburt ermögliche, sei "schlicht und einfach eine Unwahrheit", sagte Komitee-Vertreterin Doris Wobmann am Donnerstag.

"Wir können jeden einzelnen Slogan dokumentieren"

Das neue Gesetz erlaubt Frauen in einer Notlage, bis zur zwölften Woche straffrei abzutreiben. Diese Regelung stehe in keinem Zusammenhang mit Abtreibungen nach der zwölften Schwangerschaftswoche, sagte Doris Wobmann. Das Komitee will, dass in den nächsten Monaten "sachlich und ehrlich" diskutiert werde.

"Wir können jeden einzelnen Slogan dokumentieren", konterte SHMK-Sprecher Christoph Keel. Der umstrittene Satz ziele auf die Spätabtreibungen. Bisher seien straflose Abtreibungen nur möglich gewesen, wenn der Frau ein schwerer und dauerhafter gesundheitlicher Schaden gedroht habe. Neu könne die Schwangerschaft auch dann straflos abgebrochen werden, wenn sich dadurch nach ärztlichem Urteil eine schwere seelische Notlage abwenden lässt. "Die neu eingeführte Indikation berechtigt entschieden zum Slogan", sagte Christoph Keel. (APA/sda)

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