Deutsche Börse befürchtet keine Klagewelle

17. August 2001, 15:03
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Foris erhält Sonderfrist von einem halben Jahr

Frankfurt - Die Deutsche Börse AG sieht einer drohenden Klagewelle von Unternehmen des Neuen Marktes wegen des bevorstehenden Rauswurfs von Billigaktien gelassen entgegen. Die Entscheidung des Landgerichts Frankfurt, wonach die neuen Sanktionen der Börse auf die Foris AG frühestens von April 2002 an angewendet werden dürfen, sei ein Einzelfall. Dieser positive Bescheid für den Prozessfinanzierer müsse bei anderen Firmen des Neuen Marktes von anderen Gerichten nicht wiederholt werden, sagte Börsen-Sprecher Walter Allwicher am Freitag der dpa in Frankfurt. "Jeder, der jetzt klagen möchte, kann dies tun. Das konnte er vorher aber auch schon."

Börse darf Regeln ändern

Die Börse bleibe bei ihrer Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts vom Donnerstag. Foris hatte Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Regelwerkänderung zum 1. Oktober gestellt, war damit insgesamt jedoch gescheitert. Nur Foris, dessen Aktienkurs selbst noch nicht unter einem Euro notiert, wurde eine Sonderfrist von einem halben Jahr eingeräumt. Erst danach dürften die Sanktionen auch für diese Firma gelten. Nach Meinung des Gerichts kann die Börse die Regeln am Neuen Markt aber ändern, sie muss dabei Rücksicht auf die Belange der Betroffenen nehmen. Foris wertet den Teilerfolg als "Signal für alle anderen Unternehmen am Neuen Markt, die von dem Ausschluss bedroht sind." (APA/dpa)

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