Schumacher träumt von einer "Ferrari-Ära"

16. August 2001, 15:36
posten

Jean Todt mahnt vor dem möglichen Endspurt in Ungarn zur Vorsicht

Budapest - Fast vier Milliarden Schilling (256 Mio. Euro) Budget, 650 Leute und ein großer Traum: Michael Schumacher und Ferrari überlassen bei der aufwändigen "Operation Titelverteidigung" nichts dem Zufall. Und doch soll der Gewinn der Weltmeisterschaft 2001 nur der Beginn eines goldenen Zeitalters für die "Roten" sein. Schumacher will mit den Italienern eine "Ferrari-Ära" begründen. Auch wenn sich in Budapest alle Kräfte auf die schon beim Großen Preis von Ungarn mögliche WM-Entscheidung konzentrieren, die Planungen gehen weit darüber hinaus.

Willi Weber denkt weit voraus

Die Kernmannschaft um und mit Schumacher bleibt noch lange zusammen, nämlich bis 2004. "Wir wollen den Titel auch deshalb möglichst schnell, damit wir uns früh auf die nächste Saison konzentrieren können", hat Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo als Devise ausgegeben. Schumachers Manager Willi Weber plant sogar noch weiter im Voraus. Der Schwabe arbeitet schon am Merchandising für die Zeit nach der Karriere. Derzeit denke er daran, "Produkte zu entwickeln für die Zeit danach, wenn Michael nicht mehr aktiv Rennsport treibt", sagte Weber der Münchner "Abendzeitung".

Sollte Schumacher, der die WM-Wertung mit 37 Punkten Vorsprung vor David Coulthard anführt, schon beim 13. Saisonrennen am Sonntag vorzeitig seinen vierten Titel holen, beginnt das Projekt 2002 mit voller Kraft. Italienischen Medienberichten zufolge soll sich dann ab Montag die Hälfte des Teams nur noch um das Auto und die Tests für das nächste Jahr kümmern.

Das Budget ist gesichert

Der Deutsche hat die harten Aufbaujahre miterlebt, als er in seinem Debütjahr 1996 eine Pannenserie ohnegleichen erleiden musste. Jetzt will er die Früchte ernten, obwohl der ganz große Druck mit dem heiß ersehnten Ferrari-Titel 2000 jetzt weg ist. Das Budget für die kommenden Jahre ist gesichert. Den diesjährigen Etat taxierte die Fachzeitschrift "auto, motor und sport" auf 260 Millionen Dollar (290 Mio. Euro/3,99 Mrd. S). Ab der Saison 2002 dürfte der Deal mit dem neuen Sponsor Vodafone weitere Mittel bringen.

Im Endspurt vor dem Ungarn-Grand-Prix allerdings schwor Teamchef Jean Todt seine Leute mit warnenden Worten auf die Gegenwart ein. "Wir sind vorsichtig und bleiben mit den Füßen auf dem Boden, noch können wir die WM verlieren", mahnte der Franzose. "Ich kenne den Rennsport gut genug um zu wissen, dass nichts entschieden ist, solange das Ziel nicht erreicht ist." In mehreren Schichten wurde in Maranello rund um die Uhr gearbeitet. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das erfolgreiche Ferrari-Traumduo: Jean Todt und Michael Schumacher

Share if you care.