Philips Österreich setzte im Vorjahr rund 21 Milliarden Schilling um

16. August 2001, 14:10
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In Österreich drei Produktionsstätten in Wien, Klagenfurt und Gratkorn - Nun kräftiger Personalabbau geplant - Lebring gehört seit Juli zur Hongkonger Lucky Goldstar

Wien - Der weltweite Personalabbau des von Verlusten gezeichneten niederländischen Elektronikkonzerns Philips (Amsterdam), bei dem rund 6.000 bis 7.000 der insgesamt weltweit 220.000 Stellen gestrichen werden sollen, hat nun auch Österreich erfasst. Im Zuge der konzernweitern Umstrukturierung baut Philips Österreich bis Ende 2002 1.200 der derzeit insgesamt 4.100 Mitarbeiter ab.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 erwirtschaftete Philips Österreich einen Umsatz von 1,8 Mrd. Euro (20,6 Mrd. S). 1,5 Mrd. Euro - damit 98 Prozent - davon stammten aus dem Export. Der Gewinn (Jahresüberschuss) lag dabei nach vorläufigen Zahlen zwischen 50 und 70 Mill. Euro.

Produktionsstätten auch in Klagenfurt und Gratkorn

In Wien stellt Philips Österreich nun die Produktion von Schlüsselkomponenten und die Produktentwicklung für analoge Videorecorder bis Mitte 2002 ein, da die Herstellung von Videorekordern an den japanischen Elektrokonzern Funai abgegeben wird. Im Vorjahr hatte Philips Österreich in Wien die Entwicklungs- und Produktionszentren zu einem "High Tech Campus" zusammengefasst, wo neben Lautsprechern für Handys Kernkomponenten für Audio-Geräte, Faxgeräte, DVD-Player, LCD-Projektoren und Laufwerke für Videorekorder und Computer hergestellt werden. Die Endmontage von Faxgeräten soll künftig schrittweise nach Ungarn ausgelagert werden.

Neben Wien betreibt Philips Österreich auch in Klagenfurt und Gratkorn Produktionsstätten. Die Standorte in Klagenfurt und Gratkorn sind laut Unternehmensangaben - vorerst zumindest - von der Änderung in Wien nicht betroffen. Im steirischen Gratkorn betreibt Philips das Bauelementwerk Philips Semiconductor, in Klagenfurt ein Haushaltsgerätwerk.

Umsatz zurückgegangen

Das Bildröhrenwerk im südsteirischen Lebring, die LG Philips Displays Austria GmbH, gehört seit Juli 2001 zum weltweit größten Hersteller von TV- und PC-Bildschirmen, zum Gemeinschaftsunternehmen von Philips und Lucky Goldstar (Hongkong) , an dem beide Unternehmen je 50 Prozent halten.

Der Philips-Konzern hatte kürzlich für das zweite Quartal 2001 einen Verlust von 770 Mill. Euro (10,60 Mrd. S) gemeldet. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde noch ein Reingewinn von 3,6 Mrd. Euro gemeldet. Dabei ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 7,68 Mrd. Euro zurückgegangen. Zwischen Jänner und Juni 2001 belief sich der Verlust auf 664 Mill. Euro, verglichen mit einem Gewinn von 4,77 Mrd. Euro im Vorjahr. Für Umstrukturierungsprogramme hat Philips in dieser Zeit Rückstellungen von zusammen 714 Mill. Euro vorgenommen. (APA)

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