SPÖ wirft dem ORF "demütig devote Berichterstattung" vor

16. August 2001, 14:27
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Bundesgeschäftsführerin Bures sah "Riess-Passer-Festspiele" im Umfeld des Länderspiels gegen die Schweiz

Kritik an der ORF-Berichterstattung im Umfeld des Fußball-Länderspiels gegen die Schweiz vom Mittwochabend kam am Donnerstag von der SPÖ. Vor dem Spiel sei neben einem Beitrag mit "Passagen aus der wenig aussagekräftigen Rede" von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer bei der Bewerbungsgala zur Fußball-Europameisterschaft auch noch ein Interview mit Riess-Passer gesendet worden, so SP-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures.

ORF: "Völlig korrekt und journalistisch professionell"

Die Sportredaktion habe "völlig korrekt und journalistisch professionell" gearbeitet, konterte ORF-Sprecher Thomas Prantner.

Bures: "Ergebnis des autoritär inspierten Kurses der Medienpolitik dieser Regierung"

"Nachdem die blau-schwarze Koalition mit dem ORF-Gesetz die Weichen in Richtung Staats- und Regierungsfunk gestellt hat, sind die ersten Auswirkungen in Richtung demütig-devoter Berichterstattung gegenüber ÖVP und FPÖ nur allzu deutlich erkennbar", so Bures in einer Aussendung. Diese "unerträglichen Riess-Passer-Festspiele der ORF-Sportberichterstattung" seien "Ergebnis des autoritär inspierten Kurses der Medienpolitik dieser Regierung". Und weiter: "Durch eine Mischung aus Einschüchterung, Druck und mancherorts Karriereversprechungen wird eine servile, unterwürfige Berichterstattung herbeigeführt, die mit unabhängigem oder gar kritischem Journalismus nur mehr wenig gemein hat."

Für den ORF verwahrte sich Prantner vor allem gegen den Vorwurf, der Rundfunk würde auf Druck reagieren. Was den Beitrag über die Gala betrifft, sei es "journalistisch üblich", dass Riess-Passer als zuständige Sportministerin dabei zu Wort gekommen sei. Das Interview wiederum sei wegen des vorübergehenden Lichtausfalls im Stadion gemacht worden. Die Sportredaktion habe auf diesen Umstand "völlig richtig" damit reagiert, dass Prominente - neben Riess-Passer etwa auch Schi-Legende Karl Schranz und ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig - wiederum zum Thema der EM-Bewerbung zu Wort gekommen seien. (APA)

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