Der Mond wurde im Modell verjüngt

16. August 2001, 14:17
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Um 20 bis 40 Millionen Jahre

London/Washington - Der Mond ist einer neuen Studie zufolge wahrscheinlich deutlich später entstanden als angenommen. Erst durch den Zusammenstoß mit der 50 bis 70 Millionen Jahre alten Erde schlug ein etwa marsgroßes Objekt den Trabanten aus dem bereits fertig geformten Planeten heraus. Zu dieser Datierung kommen amerikanische Wissenschafter mit dem bisher genauesten Computermodell der kosmischen Kollision, wie sie im britischen Wissenschaftsjournal "Nature" (Bd. 412, S. 708) vom Donnerstag berichten.

Einer bisherigen Theorie zufolge wurde der Mond bereits aus der halbfertigen, 30 Millionen Jahre alten Erde herausgeschlagen. Allerdings spricht ein Argument gegen diese Version: In der frühen Phase wurde die Erde von zahlreichen eisenhaltigen Asteroiden getroffen. Wäre der Mond bereits damals entstanden, hätte es auch dort zahlreiche derartige Einschläge geben müssen. Doch der Mond weist kaum Eisen auf. Darüber hinaus müsste in der frühen Ära ein deutlich größeres Objekt die entstehende Erde gerammt haben.

Mit ihrem detaillierten, dreidimensionalen Modell stützen die Wissenschafter des Southwest Forschungsinstitut (SwRI) und der Universität von Kalifornien in Santa Cruz (UCSC) erstmals die Variante einer späten Kollision. Demnach konnten die Forscher zeigen, dass bereits der Einschlag eines marsgroßen Objekts ausreichte, um die Mondmasse aus der oberen Schicht der Erde herauszuschlagen. (APA/dpa)

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