Durnwalder will Südtiroler Autonomie "mit den Zähnen verteidigen"

16. August 2001, 14:55
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Landesfürst plant erstes Treffen mit Berlusconi im Herbst

Pfalzen - Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder hat Bereitschaft für Gespräche mit der neuen italienischen Regierung signalisiert. Ohne Einverständnis der Südtiroler dürfe es zu keiner Abänderung von Autonomiebestimmungen kommen, man werde sich "auch gegen die geringste einseitige Abänderung am Autonomiestatut zu Wehr setzen", sagte Durnwalder am Donnerstag bei seiner Sommer-Pressekonferenz in seinem Heimatort Pfalzen im Pustertal.

Nach den Bedenken vor der italienischen Parlamentswahl hätten sich die Töne etwas beruhigt. Es gebe bereits Zusicherungen und Termine für Gespräche in Rom. Im Herbst könnte ein Treffen zwischen Regierungschef Silvio Berlusconi und Durnwalder in Rom stattfinden. Bereits im September könnte Regionenminister La Loggia nach Bozen kommen, am Samstag trifft der Minister Durnwalder privat in dessen Heimatort Pfalzen.

"Autonomie mit den Zähnen verteidigen"

Dabei soll es unter anderem um die Besetzung der für die Weiterentwicklung der Autonomie wichtigen Sechser- und Zwölferkommissionen gehen, für die Rom angeblich zahlreiche lokale Rechtspolitiker vorgesehen hat. "Wir werden sehr wohl aufpassen müssen und unsere Autonomie mit Zähnen verteidigen müssen, aber wir sind zur Zusammenarbeit bereit", sagte Durnwalder. Er hoffe auf das Erlassen weiterer Durchführungsbestimmungen.

Eine klare Absage erteilte Durnwalder neuerlich neuen Autobahnprojekten, wie sie von der Berlusconi-Regierung zuletzt wieder thematisiert wurden. Südtirol würde zu "totgeglaubten und jetzt wieder auferstandenen" Straßenbauprojekten Alemagna, Ulm-Mailand oder Brescia-Stuttgart nie Ja sagen. Zudem stünden diese Projekte im Widerspruch zur Alpenkonvention. Der Bau des Brennerbasistunnels und seiner Zulaufstrecken zur Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene habe Vorrang. (APA)

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