Kärntner Slowenen drängen auf Klärung der Schulfrage

16. August 2001, 12:52
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Obmann Sadovnik: Derzeit weiß niemand woran er ist - Bundeskanzler wird eingeschaltet

Klagenfurt - Die Kärntner Slowenen appellieren an die Politik, die Eigenständigkeit von acht zweisprachigen Schulen in Kärnten zu erhalten. "Daher soll der Bund die Kosten für die Lehrer übernehmen", sagte der Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, Bernard Sadonvik, am Montag bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Er werde sich in diesem Zusammenhang an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wenden.

Laut Bescheid des Landes Kärnten sollen die Volksschulen Radsberg (Gemeinde Ebenthal), Lepen, Ebnriach (Bad Eisenkappel), Greutschach (Griffen), Zell-Winkl (Zell-Pfarre), Windisch Bleiberg (Ferlach), St. Margarethen und Kömmelgupf (Bleiburg) in Exposituren umgewandelt werden. "Wir haben uns mit Landeshauptmann Jörg Haider geeinigt, dass sechs der acht Schulen eigenständig bleiben, wenn der Bund die Kosten übernimmt", sagte Sadovnik. Im Fall von St. Margarethen und Kömmelgupf appelliert er an die Stadtgemeinde Bleiburg, ihren Schließungsbeschluss wieder rückgängig zu machen. Eine Lösung müsse jedoch unbedingt noch vor Schulbeginn erfolgen. "Denn zur Zeit weiß keiner, woran er ist", sagte der Obmann des Rates der Kärntner Slowenen.

Keine Kostenersparnis

Der stellvertretende Obmann des Rates, Reginald Vospernik, wies darauf hin, dass laut einer Expertise des Bildungsministeriums die Schaffung von Exposituren dem Minderheitenschulgesetz nicht widerspreche. "Aber dann besteht die Gefahr, dass es eines Tages zur gänzlichen Schließung kommt", fügte er hinzu.

"Die Kostenersparnis bei Umwandlung in eine Expositur ist gering bis nicht gegeben", sagte Vospernik. Zwar würde die Direktorszulage wegfallen, andererseits aber Reisekosten für die Lehrer anfallen. Ein zweites Argument für die Erhaltung der Schulstandorte ist aus seiner Sicht die ethnische Struktur. "Es handelt sich um ein relativ kompaktes zweisprachiges Gebiet, dessen kultureller Mittelpunkt die Schule ist", sagte Vospernik.

Mit Beginn des Schuljahres 2001/02 wird der zweisprachige Unterricht auf Grund eines Erkenntnisses der Verfassungsgerichtshofes auf die vierte Schulstufe ausgedehnt. Die Funktionäre der Volksgruppe gehen davon aus, dass davon alle Kinder Gebrauch machen werden, die bisher den zweisprachig unterrichtet wurden. "Der Trend zur Anmeldung ist weiterhin setigend", dazu Sadovnik. Er macht darauf aufmerksam, dass eine Anmeldung noch immerhalb der ersten zehn Schultage erfolgen kann. (APA)

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