Italiens Innenminister droht: Keine wichtigen Gipfel in Italien mehr ...

16. August 2001, 14:49
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... falls Globalisierungsgegner nicht auf Gewalt verzichten

Rom - Italien könnte wichtige internationale Gipfel absagen, sollten sich die oppositionellen Mitte-Links-Parteien und die pazifistischen Anti-Globalisierungsbewegungen nicht sofort für eine Ablehnung jeglicher Form von Gewalt aussprechen. Dies betonte der italienische Innenminister Claudio Scajola Medienberichten vom Donnerstag zufolgen. "Wenn nicht alle politischen Kräfte die Gewalt verurteilen, wird die Regierung keine anderen Gipfel organisieren, die wie Genua enden könnten. Was wir dort gesehen haben, ist so besorgniserregend, dass wir es nicht wiederholen wollen", so Scajola.

In den vergangenen Tagen hatte sich der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi für die Verlegung des im November geplante Gipfeltreffens der Weltnährungsorganisation FAO von Rom in die Hauptstadt eines Dritt-Welt-Landes erklärt. Bedenken sind in Regierungskreisen auch wegen des Ende September geplanten Außenministertreffens der NATO-Länder in Neapel aufgetaucht. "Italien muss in der Lage sein, wichtige internationale Treffen zu organisieren. Wir können aber weitere Straßenschlachten nicht erlauben", so Scajola.

"Die Organisatoren pazifistischer Anti-Globalisierungsdemonstrationen müssen auch für die Sicherheit sorgen, sie müssen die Gewalttätigen isolieren. In Genua haben die Verantwortlichen der Anti-Globalisierungsbewegungen keinen einzigen Randalierer angezeigt", so der Innenminister. Er beschuldigte die Linke, sich von den Gewalttätigkeiten in der ligurischen Hauptstadt nicht wirklich distanziert zu haben.

Nach der Explosion eines Sprengkörpers, der vergangene Woche das Gerichtsgebäude von Venedig schwer beschädigt hatte, warnte Scajola vor weiteren Terroraktionen. Nur durch den Zusammenhalt der Institutionen und der Parteien könne man weitere umstürzlerischen Aktionen vorbeugen. Der Minister betonte, dass für die Explosion in Venedig "antiimperialistische Gruppen" verantwortlich gemacht würden. (APA)

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