Österreich bleibt auch mit Studiengebühren ein Studentenland

16. August 2001, 12:04
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Höchster Anteil an Studierenden im deutschsprachigen Raum

Wien - Österreich hat den höchsten Anteil an Studierenden - gemessen an der Gesamtbevölkerung - im deutschsprachigem Raum. Laut Zahlen des Bildungsministeriums sind derzeit rund 28 von 1.000 Einwohnern an einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Universität inskribiert. Zum Vergleich, in Deutschland sind es 17 von 1.000 und in der Schweiz gar 14 von 1.000. Laut Prognosen wird Österreich den Spitzenplatz auch nach der Einführung der Studiengebühren vorläufig nicht abgeben.

Um rund 70.000 - das ist knapp ein Drittel - wird sich die Studierendenzahl im kommenden Herbst auf Grund der Studiengebühren verringern, da sind sich Ministerium und auch Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) weitgehend einig. Damit bliebe Österreich mit rund 20 Studenten pro 1.000 Einwohner nach wie vor Spitze im deutschsprachigen Raum. In Deutschland ist die Einhebung von Studiengebühren Ländersache. In der Schweiz wird es den Unis überlassen es werden bis zu 8.000 Schilling pro Semester eingehoben.

Sehr unsicher sind noch die Prognosen für die zu erwartenden Studienanfänger im Herbst. Hier geht man im Bildungsministerium davon aus, dass sich die Zahl kaum verringern wird, die zu erwartende Reduktion der Studentenzahlen wird in erster Linie mit einer Bereinigung, also dem Ausfall von "Karteileichen", erklärt. Eine ÖH-Studie geht davon aus, dass sich die Zahl der Studienanfänger um 1.000 bis 2.000 verringern wird.

Bei den Absolventenzahlen zeigt sich, dass es in den drei deutschsprachigen Ländern keine allzu großen Unterschiede gibt. In Deutschland und Österreich feiern jährlich 0,16 Prozent der Bevölkerung einen akademischen Erstabschluss, in der Schweiz sind es 0,13 Prozent. (APA)

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