Gemeinderatswahlkampf in St. Pölten angelaufen

16. August 2001, 13:08
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"Der menschliche Weg" als Schwerpunkt der Gruber-SPÖ

St. Pölten - Gut 50 Tage vor dem 7. Oktober ist der Gemeinderatswahlkampf in St. Pölten endgültig angelaufen. Erste Themen auf Plakaten sind u.a. Arbeit, Wohnen, Gesundheit und Lebensqualität. Die Opposition hat sich außerdem wegen des Ergebnisses der Volkszählung - im Gegensatz zu 1991 nun weniger als 50.000 Einwohner - auf die mit absoluter Mehrheit regierende SPÖ "eingeschossen".

"Der menschliche Weg" bildet den Schwerpunkt der Sozialdemokraten um Spitzenkandidat Bürgermeister Willi Gruber. Erste Argumente in der Werbung, am 7. Oktober die Stimme dem Stadtchef und damit der SPÖ zu geben: "Weil mein Job mit Zukunft kein frommer Wunsch bleiben soll", "Weil ich mir in St. Pölten mehr leisten kann als nur eine Wohnung" oder "Weil ich Sparen beim Krankenhaus für ungesund halte".

"Herz & Kraft für St. Pölten"

Die Volkspartei um Spitzenkandidat Vbgm. Alfred Brader will "Zukunft schaffen, Mensch bleiben" und dabei "Herz & Kraft für St. Pölten" einbringen. "Untertitel" der Wahlkampagne: "Modernisieren, beleben, gestalten". Eine Ankündigung der ÖVP in diesem Zusammenhang: "Wir kämpfen weiter für ein neues Erlebnis-Hallenbad."

Die St. Pöltner Freiheitlichen mit Spitzenkandidat Gemeinderat Hermann Nonner werben seit Donnerstag für eine "Badearena am Ratzersdorfer See" und "Für mehr Lebensqualität in St. Pölten". Zuvor haben sie Kritik daran geübt, dass es "über 3.000 Magistratsbedienstete, aber keinen einzigen Lehrling" gebe und versprochen: "Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ist uns ein ernstes Anliegen."

SPÖ verweist auf Lebensqualität

"Dank der sozialdemokratischen Stadtregierung ist St. Pölten eine der Hauptstädte mit der größten Lebensqualität geworden", verweist die SPÖ im Wahlkampf auf ihrer Homepage. Beklagt wird, dass die Landeshauptstadt bei vielen Projekten "auf sich allein gestellt" sei und "keinerlei Förderung" erhalte. "Das Land schneidet St. Pölten."

An ÖVP und FPÖ richten die Sozialdemokraten den Vowurf, im Zusammenhang mit der Hallenbad-Diskussion in der Stadt "unfinanzierbare Luftschlösser" medial zu transportieren. Ein Erlebnis-Hallenbad werde am derzeitigen Standort in der Innenstadt errichtet.

"Katastrophales Ergebnis

Die Volkspartei spricht auf ihrer Homepage von einem "katastrophalen Ergebnis" der Volkszählung. Es sei "unverständlich, dass der alleinig verantwortliche und allein regierende SPÖ-Bürgermeister Gruber jede Verantwortung von sich weist". Die Rathaus-Sozialisten würden insgesamt eine "Bilanz der Versäumnisse" präsentieren. Dazu zählten ein sattes Bevölkerungminus, verfehlte Betriebsansiedlungspolitik, mangelnde Attraktivität der Freizeiteinrichtungen und eine verfehlte Imagekampagne für St. Pölten.

Was das Ergebnis der Volkszählung betreffe, so liege die "politische Alleinverantwortung eindeutig bei der SPÖ", halten die Grünen mit Spitzenkandidatin Gemeinderatin Silvia Buschenreiter auf ihrer Homepage (www.stpoelten.gruene.at) fest. Sie treten im Wahlkampf u.a. für eine Steigerung der Lebensqualität in der Stadt, umweltfreundliche Verkehrsträger und im Rahmen der Stadtplanung für ein Erweiterungskonzept der City in Richtung Traisen/Regierungsviertel ein. (APA)

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