E.ON: Trendwende im Kerngeschäft Energie geschafft

16. August 2001, 12:16
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Betriebsergebnis um 52 Prozent auf zwei Milliarden Euro gesteigert - Konzernüberschuss unter Vorjahreswert

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON hat nach eigenen Angaben die Trendwende im Kerngeschäft Energie geschafft und im ersten Halbjahr die Ergebniserwartungen von Analysten leicht übertroffen. Das Betriebsergebnis der Sparte Energie sei in den ersten sechs Monaten 2001 um vier Prozent auf 984 Mill. Euro (13,54 Mrd. S) gestiegen und habe damit erstmals seit der Liberalisierung der Energiemärkte über dem Wert des Vorjahres gelegen, teilte E.ON am Donnerstag in Düsseldorf mit. Das Konzern-Betriebsergebnis stieg um 52 Prozent auf 1,964 Mrd. Euro und damit etwas stärker als von Analysten vorhergesagt. Der Gewinn fiel indes auf Grund hoher Gewinne aus Verkäufen aus dem Vorjahr um 74 Prozent auf 832 Mill. Euro. Die E.ON-Aktie stieg nach den Zahlen gegen den Börsentrend an.

Für das Gesamtjahr erwartet E.ON weiterhin, das Betriebsergebnis des Vorjahres deutlich zu übertreffen. Die Steigerungsrate des ersten Halbjahres werde sich allerdings nicht halten lassen, hieß es.

Leichte Verbesserung im Energiesektor erwartet

Im Energiesektor rechnet der Energiekonzern, der Anfang Juli eine Wasserkraft-Allianz mit dem Verbund angekündigt hat, in diesem Jahr mit einer leichten Verbesserung des Betriebsergebnisses gegenüber dem Vorjahr und einer weiteren Stabilisierung der Strompreise. Auch der erstmals konsolidierte schwedische Versorger Sydkraft werde einen Ergebnisbeitrag liefern. Für die seit Jahren Verluste schreibende Tochter MEMC zeichne sich wegen der drastisch verschlechterten Bedingungen auf dem Markt für Silizium-Wafer ein deutlich höherer Betriebsverlust als im Vorjahr ab. Aus der geplanten Beendigung des Engagements erwartet E.ON den Angaben zufolge erhebliche Sonderbelastungen.

Beim Betriebsergebnis lag E.ON im ersten Halbjahr leicht über den Erwartungen der von Reuters im Vorfeld befragten Analysten, die im Durchschnitt ein Betriebsergebnis von 1,9 Mrd. Euro bei einer Spanne von 1,748 bis 2,0 Mrd. Euro vorhergesagt hatten. Beim Gewinn lag E.ON dagegen unter den Vorhersagen der Experten, die den Überschuss im Durchschnitt auf 1,095 Mrd. Euro geschätzt hatten.

Portfoliobereinigungen in der Sparte Telekommunikation

Den erheblichen Anstieg des Betriebsergebnisses begründete E.ON vor allem mit Portfoliobereinigungen in der Sparte Telekommunikation. Außerdem sei der Anstieg vielen auf der Verkaufsliste stehenden Töchtern zu verdanken. Im Energiebereich hätten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, eine leichte Erholung der Strompreise sowie ein Absatzplus die Belastungen durch das Gesetz für erneuerbare Energien und das Kraft-Wärme-Koppelungsgesetz sowie die höheren Brennstoffkosten mehr als kompensiert. Den deutlichen Gewinnrückgang erklärte E.ON mit hohen Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf der Beteiligungen an E-Plus und Cablecom im Vorjahr.

Zum Vergleich seiner aktuellen Zahlen hat E.ON Pro-forma-Zahlen errechnet. Der Konzern ist im vergangenen Jahr aus der Fusion von Veba und Viag entstanden und beschäftigt weltweit 195.000 Menschen, um 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die E.ON-Aktie notierte am Donnerstagvormittag in einem sehr schwachen Börsenumfeld mit 60,97 Euro 1,5 Prozent über ihrem Vortagesschluss. (APA/Reuters)

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