Djindjic fordert volle Aufklärung von Mord an Ex-Geheimpolizisten

16. August 2001, 12:53
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Ermittlungen im Umfeld Kostunicas gefährden Regierungsbündnis

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic fordert eine zügige und vollständige Aufklärung der Affäre im Zusammenhang mit der Ermordung eines früheren Geheimpolizisten, die seit zwölf Tagen das DOS-Bündnis erschüttert. Dies sei die Voraussetzung für jedwede Zusammenarbeit im Rahmen der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS), erklärte Djindjic gegenüber der Tageszeitung "Blic".

"Es muss klar gesagt werden, ob es Indizien gibt, dass irgendjemand in der Regierung mit Kriminellen zusammenarbeitet. Wenn dem so ist, dann muss präzisiert werden, wer, wann und wo. Im gegenteiligen Fall muss festgestellt werden, wer solche Fehlinformationen verbreitet hat", betonte Djindjic. Die Informationen, die nach der Ermordung des Ex-Geheimpolizisten Momir Gavrilovic zuerst durch "Blic" an die Öffentlichkeit gelangten, bezeichnete der Ministerpräsident als "schwere Verleumdungen".

"Blic" hatte am 8. August gemeldet, dass Gavrilovic am Mordtag im Kabinett des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica Beweise für die Verwicklung von hohen Staatsfunktionären in Korruption und organisiertes Verbrechen vorgelegt habe. Das Blatt hatte sich auf Kreise im Präsidentenkabinett berufen. Präsident Kostunica selbst hatte danach erklärt, dass Gavrilovic seine Besorgnis wegen der Korruption bekundet habe.

Neuesten Medienberichten zufolge hatte die ehemalige Geheimpolizei mit Mitarbeitern des Staatschefs aber die Umstrukturierung der serbischen Polizei besprochen. Die Demokratische Partei Serbiens von Kostunica ist mit der Arbeit des Innenministers Dusan Mihajlovic unzufrieden und strebt offenbar für sich selbst den Innenministerposten an.

Djindjic reagierte auch die Vorwürfe gegen seine Regierung zuerst am Wochenende, als er erklärte, dass das DOS-Bündnis durch die Affäre Gavrilovic in seine bisher tiefste Krise geschlittert sei. (APA)

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