Sudan: Präsident empfiehlt Vielehe

16. August 2001, 11:14
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Bevölkerungswachstum soll zu Entwicklung beitragen - Kritik an Vorschlag

Khartum - Sudans Präsident Omar Hassan el Baschir hat seinen Landsleuten mehr Vielehen als Schritt zur Mehrung der Bevölkerung empfohlen. Die Männer des mehrheitlich islamischen Landes sollten mehrere Frauen heiraten, um die Bevölkerungszahl des Landes auf 60 Millionen zu verdoppeln, sagte Baschir in der Nacht auf Mittwoch in einer vom Fernsehen übertragenen Rede.

Der Sudan brauche mehr Menschen, wenn er sich entwickeln und seine reichen Ressourcen nutzen wolle. "Wir sollten dieses Ziel erreichen, indem wir viele Ehefrauen haben", sagte der Baschir.

Im Sudan gilt das islamische Recht, die Scharia, die jedem Sudanesen bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig gestattet. Der nicht-islamische Süden des Landes lehnt die Scharia ab und kämpft seit 1983 um Autonomie.

Beitrag zum Konservativismus

Damit trägt der Präsident etwas zum Konservativismus bei und zeigt, dass er komplexe Probleme mit eindimensionalen Lösungsvorschlägen angehen will. Nicht nur von den den meisten westlich orientierten Frauen, sondern auch von vielen traditionell muslimischen Frauen wird die Polygamie als inakzeptabel abgelehnt. (APA/Reuters/red)

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