Mautner Markhof schreibt heuer Verluste

16. August 2001, 18:25
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Umsätze im ersten Halbjahr rückläufig

Wien - Der börsenotierte Nahrungs- und Genussmittelkonzern Mautner Markhof schrieb im ersten Halbjahr 2001 bei rückläufigen Umsätzen rote Zahlen. Wie das Wiener Unternehmen in einem Aktionärsbrief am Donnerstag mitteilte, drehte das Ergebnis nach Zinsen und vor Steuern (EGT) von plus 1 Mill. S auf minus 27 Mill. S. Der Umsatz sank um 15 Mill. S von 486 auf 471 Mill. S (34,2 Mill. Euro) .

Begründet werden die geringeren Umsatzerlöse vor allem mit einem allgemein schlechten Geschäftsverlauf im Juni und einem - bewusst in Kauf genommenen - Umsatzrückgang durch die weitgehende Reduktion des ertragsschwachen Private Label Geschäfts mit alkoholfreien Getränken in Ungarn. Von einer sehr erfreulichen Umsatzentwicklung berichtet Mautner Markhof für den Monat Juli, für das laufende dritte Quartal sei daher mit "entsprechend besseren Werten" zu rechnen.

Bessere Ergebnisse erwartet

Beim Betriebsergebnis weist der Konzern für das erste Halbjahr 2001 einen höheren Verlust von 11 (nach 9) Mill. S aus. Während das Finanzergebnis im Vorjahr mit 10 Mill. S noch im positiven Bereich gelegen hatte, rutschte es bis Ende Juni dieses Jahres wegen eines höheren Fremdmittelbedarfs auf minus 16 Mill. S ab. Das erklärt auch den EGT-Einbruch um 28 Mill. S in den ersten sechs Monaten.

Auf Grund der zuletzt forcierten Geschäfte sollen bis Jahresende 2001 bessere Ergebnisse erzielt werden, kündigte Mautner Markhof an, ohne einen konkreteren Ausblick für das Gesamtjahr zu geben. Im Jahr 2000 hatte der Konzern wegen Umstrukturierungen und der Bereinigung von Altlasten einen EGT-Verlust von 25 Mill. S und ein negatives Betriebsergebnis von 36 Mill. S hinnehmen müssen.

Personalabbau

Im Konzern waren im ersten Halbjahr 493 Mitarbeiter beschäftigt, um 38 weniger als in der Vorjahresperiode. Grund für den geringeren Personalstand war nach Unternehmensangaben ein Stellenabbau bei der ungarischen Tochter Buszesz. Investiert wurden heuer von Jänner bis Juni 35 Mill. S, das waren im Jahresvergleich um 108 Mill. S weniger (auf Grund der Akquisition der deutschen Born fiel der Vorjahreswert von 143 Mill. S außergewöhnlich hoch aus).

Das Hefegeschäft in Osteuropa, an dem Mautner Markhof beteiligt ist, verlief im ersten Halbjahr 2001 zwar positiv, war aber weiter mit stark steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert, die man nicht in vollem Umfang an den Markt weitergeben habe können. Insgesamt würden die Beteiligungserträge aus dem Hefegeschäft heuer geringer als im Vorjahr ausfallen.

Um die Strukturen innerhalb des Konzerns zu straffen, hat die Mautner Markhof International AG (Wien) - nach der Entflechtung des Joint Ventrues mit Wessanen - mit dem österreichischen Stammhaus, der Mautner Markhof AG, fusioniert. In nächster Zeit sollen weitere drei Holdingfirmen zu einem einzigen Unternehmen fusioniert werden. (red, Der Standard, Printausgabe, 17.8.2001)

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