Ein Platz auf Shankens Liste

22. August 2001, 01:09
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Bisher vom größten Weinmagazin der Welt unbemerkt, stehen dieses Jahr drei Österreicher in des Wine Spectators Weinkarten-Bestenliste

Die Zeiten, da die Leistungen heimischer Winzer vom größten und einflussreichsten Weinmagazin der Welt, dem Wine Spectator, nur am Rande wahrgenommen wurden, sind vorbei. Marvin Shankens Großformat gesellte sich schon vor geraumer Zeit zur Reihe der Anbeter heimischen Rieslings und Grüner Veltliner, aktuelle Berichterstattung findet statt. So weit, so gut fürs heimische Ego, doch auch als das noch ganz anders war, gingen Ehrungen nach Wien. Rudi Kellner bekam 1990 für seine Weinkarte den Grand Award, so ziemlich die höchste Auszeichnungen, die ein Restaurant für seine Weinkultur bekommen kann: 1500 Posten, zurückreichend bis in die Jahre, als man noch Mammuts jagte, wies sie auf.

Die vergangenen zehn Jahre blieb Österreich von derartigen Auszeichnungen dann verschont, in der aktuellen Ausgabe treten nun aber drei neue Ösis aufs Tapet: Josef Floh aus Langenlebarn, Erwin Schwarz aus Nöhagen und das nicht ganz unbekannte Steirereck zu Wien. Sie erhielten den "Award of Excellence", die Basis-Auszeichnung des Spectator, die man für ein gutes Angebot qualitativ hochstehender Weine bekommt, die sowohl preislich als auch thematisch mit den angebotenen Speisen harmonieren, mindestens 80 Posten müssen vorhanden sein. Mit 850 Posten, jahrgangsmäßig in die Tiefe gehend, auf eine Region spezialisiert und bei einigen Topweinen auch vertikal gut sortiert, würde Josef Floh zwar auch schon die zweite Stufe der Auszeichnung, den "Best Award of Excellence" verdienen. Der junge Mann aus dem Tullnerfeld will aber nicht unbescheiden sein, außerdem muss ja jeder einmal klein anfangen.

Wie er überhaupt dazu kam, sich als zwar absolut empfehlenswertes, aber immerhin Landgasthaus solch einen Stock an gebundenem Kapital aufzubauen, meint Floh: "Von einem Jahr auf das andere geht das natürlich nicht, ich sammle schon seit sieben Jahren, und da natürlich vor allem Weine mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Da geht dann auch was weiter, das sind keine Ladenhüter." Wichtig sei ihm außerdem, eben auch gereiftere Weine anbieten zu können, obwohl ihn Kollegen aus der Gastronomie ständig darüber aufklärten, dass die nicht gingen und dass sie deshalb gar nicht angeboten würden, "und somit ist das ein hausgemachtes Problem".

Auf kalifornische Weine möchte sich Floh nun jedenfalls trotzdem nicht spezialisieren, "lieber noch mehr junge, neue Winzer aus dem Kamptal, Donauland und Carnuntum".

Von
Florian Holzer

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Wine Spectator
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