Siemens wird wegen Bergbahnunglück geklagt

16. August 2001, 12:03
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Fagan: Concorde-Absturz wird im Vergleich "geradezu billig" sein

Hamburg - Angehörige von US-Bürgern, die im November 2000 bei dem Bergbahnunglück in Kaprun ums Leben gekommen sind, wollen den Elektronik-Konzern Siemens verklagen. Sie hätten in New York Klage gegen Siemens und deren österreichische Tochter eingereicht. Klägeranwalt Ed Fagan schätze den Streitwert auf mehrere hundert Millionen Dollar. "Diese Brandkatastrophe wird den Absturz der französischen Concorde als geradezu billig erscheinen lassen", sagte Fagan.

Vorwurf: Mangelhafte Installationen

Die Kläger werfen Siemens vor, die verunglückte Bergbahn mit mangelhaften elektrischen Installationen ausgerüstet zu haben. Das elektrische System sei zumindest mitverantwortlich für den Ausbruch des Feuers gewesen, das 155 Menschen tötete, unter ihnen acht Amerikaner. Auch habe die Elektronik versagt, weil sich die Türen der Zugseilbahn nicht öffnen ließen und die Bahnbegleiter nicht mit der Außenwelt kommunizieren konnten. Außerdem sei der Tunnel nicht beleuchtet gewesen.

Ohne diese Fehlleistungen hätten sich viele Opfer retten können, wurde Fagan von der Zeitung zitiert. Brandanfälligkeit und mögliche Rettungsmaßnahmen seien zuvor nie ausreichend getestet worden. Siemens gehöre zu den Hauptverantwortlichen. (APA/AFP)

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