Bush ruft Arafat zur Beendigung der Gewalt gegen Israel auf

15. August 2001, 21:52
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USA bleiben bei Nein zu UNO-Intervention in Nahost

Albuquerque/Washington/Berlin - US-Präsident George W. Bush hat am Mittwoch den palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat aufgefordert, für ein Ende der Selbstmordanschläge und der übrigen Gewalt gegen Israel zu sorgen. Zugleich rief er Israel zur Zurückhaltung in dem Konflikt mit den Palästinensern auf. Jeder müsse erkennen, dass der Frieden dem Krieg vorzuziehen sei, erklärte Bush in Albuquerque im US-Staat New Mexiko.

Der Präsident sagte weiter, die USA stünden nicht nur in Kontakt mit den Israelis und Palästinensern, sondern auch mit den israelischen Nachbarn und anderen, die die Entscheidungsprozesse im Nahen Osten beeinflussen könnten.

Die USA bleiben bei ihrem Nein zu etwaigen Aktionen der Vereinten Nationen im Nahen Osten und würden entgegengesetzte Beschlüsse erneut mit einem Veto blockieren. Das deutete der Sprecher des Außenministeriums, Philip Reeker, am Mittwoch in Washington an. Er wies damit zugleich Rufe der Palästinenser nach Entsendung einer internationalen Beobachtergruppe und nach einer Verurteilung Israels wegen der Besetzung des palästinensischen Hauptquartiers in Ost-Jerusalem in der vergangenen Woche zurück.

"Von Beginn der Krise an war es unser Ziel, die Gewalt zu beenden, das Vertrauen wiederherzustellen und die Voraussetzungen für eine Fortsetzung des politischen Prozesses zu schaffen", sagte Reeker. "Wir glauben, dass Aktionen des UNO-Weltsicherheitsrates nicht dazu beitragen würden, diese Ziele zu erreichen." Die USA hatten in diesem Jahr schon einmal eine UNO-Resolution zur Unterstützung einer Beobachtergruppe blockiert.

Israel will nach Angaben seines Botschafters in Berlin, Shimon Stein, nicht dauerhaft in Gebiete unter voller palästinensischer Autonomie einrücken. "Die Entscheidung, sich aus der 'Zone A' zurückzuziehen, ist irreversibel", sagte Stein der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Als "Zone A" werden die Gebiete im Westjordanland und dem Gaza-Streifen bezeichnet, die durch Abkommen mit Israel unter voller palästinensischer Kontrolle stehen. Israelische Truppen waren in den letzten Wochen mehrfach in diese Gebiete eingedrungen. Stein sagte, hinter diesen Vorstößen stehe "die Verantwortung (der Regierung) für die israelische Bevölkerung", die unter palästinensischem Terror leide. (APA/AP/dpa/Reuters)

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