Sichrovsky ruft FPÖ zu "Mäßigung" auf

15. August 2001, 20:36
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Generalsekretär verlangt von seiner Partei, sich "vom moralischen Gequassel" zu lösen

Haiders "Ariel-Scherz" war "ein Fehler" - Gegner werden Antisemitismus-Vorwurf "weiter als Wahlkampfwaffe" verwenden Wien - FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky hat seine eigene Partei zur Mäßigung aufgerufen. In einem Interview mit dem "Kurier" kritisierte Sichrovsky die Beschimpfung des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, durch Ex-FPÖ-Obmann Jörg Haider in der Zeit des Wiener Wahlkampfes. "Es war ein Fehler von Haider und anderen, den politischen Gegnern überhaupt die Möglichkeit zu geben, auf dieser pseudo-moralischen Ebene als Überlegene aufzutreten", sagte Sichrovsky.

Er habe den Ariel-"Scherz" weder als gelungen noch als antisemitisch empfunden, fügte der FPÖ-Generalsekretär hinzu. Sichrovsky zeigte sich überzeugt, dass "die politischen Gegner" den Vorwurf des Antisemitismus und Rassismus "weiter als Wahlkampfwaffe" verwenden wollen.

"Moralisierung immer wichtiger

"Die Moralisierung eines Wahlkampfes wird immer wichtiger", sagte Sichrovsky. Er zeigte sich überzeugt, dass "das Betonen des moralischen Unterschieds ein Schwerpunkt der nächsten Nationalratswahl wird".

Von seiner Partei verlangte der Generalsekretär Mäßigung, um einem "moralisierenden Wahlkampf" zu entgehen: "Wir dürfen auf diesem Gebiet nicht mehr angreifbar sein. Es gilt, besonders vorsichtig und sensibel zu agieren." Weiters müsse die FPÖ ein überzeugendes Programm für die Wahl zusammenstellen, "das sich vom moralischen Gequassel löst".

Der für außenpolitische Belange zuständige FPÖ-Politiker kündigte außerdem "besondere Aktivitäten" an, mit Konzentration auf Israel und die USA: Parteichefin Susanne Riess-Passer werde bis zum Sommer 2002 nach Israel reisen. Und auch einen Besuch Haiders im Heiligen Land wollte Sichrovsky nicht ausschließen. (APA)

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