Digitaler Kopierschutz Filmindustrie geknackt

15. August 2001, 21:22
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Intels HDCP-Kopierschutz sollte illegale Vervielfältigung verhindern – Veröffentlichung des Master-Keys aber zu riskant

Einer der wichtigsten zukünftigen Kopierschutzmechanismen der Filmindustrie soll gekrackt worden sein. Intels "High-bandwith Definition Content Protection" (HDCP), die illegale Vervielfältigung mittels Hardware-Chiffrierverfahren über die digitale Videoschnittstelle DVI verhindern sollte, könnte nun unbrauchbar sein. Dies behauptete zumindest der niederländische Kryptographie-Experte Niels Ferguson. In nur zwei Wochen will er den Code geknackt haben.

Langjährige Entwicklung umsonst?

Seit 1999 entwickelt Intel in Zusammenarbeit mit der Filmindustrie und führenden Technikkonzernen den Kopierschutz. HDCP verschlüsselt die Verbindung zwischen Wiedergabegerät und digitalem Display um so an dieser Stelle eine digitale Kopie zu verhindern.

Auf Veröffentlichung wird verzichtet

Ferguson berichtet nun auf seiner Homepage, dass er den Master-Key nicht veröffentlichen wird. Als Grund dafür nennt der Kryptographie-Experte mögliche rechtliche Konsequenzen aus dem "Digital Millennium Copyright Act" (DMCA) und die Hackehre.

Intel zeigt sich gelassen

Kurz nach dem Crack verständigte Niels Ferguson den Chip-Hersteller Intel und versprach keinerlei Veröffentlichung. Das Unternehmen zeigte sich dennoch wenig beeindruckt und verwies auf eine Vielzahl angeblich gelungener Cracks von HDCP, die sich alle als falsch herausstellten. (red)

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