"Nachhilfe" fürs Zeitunglesen

15. August 2001, 19:33
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ZiS schult junge Leser - 60.000 im heurigen Schuljahr

Die österreichischen Schüler begeistern sich zunehmend fürs Zeitungslesen. Zwar benötige es ein wenig "Nachhilfe", doch dann sei das Feedback ein sehr positives, freut sich Gerda Schaffelhofer, Geschäftsführerin des Vereins "Zeitung in der Schule" (ZiS), im Gespräch mit dem "STANDARD".

Zeitungen als Informationsquelle

"Nachhilfe" findet in Form von Projekten statt, bei welchen von ZiS sowohl Gratis-Zeitungsabos als auch Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt werden. In vier bis zwölf Wochen sollen - primär im Deutschunterricht - Zeitungen als Informationsquelle entdeckt und die Schüler zum kritischen Zeitungslesen motiviert werden.

Seit Gründung des Vereins vor fünf Jahren konnte so die Zahl des Zeitungsleser-Nachwuchses enorm gesteigert werden: Nahmen 1995 "nur" rund 20.000 österreichische Schüler an den ZiS-Projekten teil, waren es im eben zu Ende gegangenen Schuljahr bereits 60.500. Auch der internationale Vergleich scheint dafür zu sprechen, dass die Initiative greift: Während in Deutschland die Zeitungsreichweite bei den 14- bis 19-Jährigen laut jüngster Studie der deutschen Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse bei 55,4 Prozent liegt, greifen in Österreich laut Media-Analyse 2000 bis zu 70 Prozent dieser Altersgruppe zur Zeitung.

"Zeitungslesen ist interessant"

Die größte Nachfrage nach ZiS-Projekten komme aus den berufsbildenden höheren Schulen. "Die brauchen die Zeitungen am meisten zur Aktualisierung des Lehrstoffes", erklärt Schaffelhofer. Auch von AHS-Lehrern kommen häufige Anfragen. Die Hauptschulen seien am schwierigsten zu motivieren.

Spitzenreiter in der "Nachwuchspflege" ist Oberösterreich. Dort nahmen im heurigen Schuljahr 13.744 Schüler an Projekten teil, gefolgt von Niederösterreich (11.066) und Salzburg (9681).

Generell sei das Feedback sehr positiv: In 17.000 ausgewerteten Fragebögen im vergangenen Jahr gaben 88 Prozent der Schüler an, "jetzt Zeitunglesen interessant" zu finden.

Schaffelhofer: "Das Projekt, wenn vom Lehrer einigermaßen gut gemacht, kann nur ein Volltreffer sein." Denn: "Im Vergleich zum Schulbuch sind Zeitungen topaktuell." (jed/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16. August 2001)

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