Mazedonischer Generalstab beschuldigt NATO

15. August 2001, 18:10
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Entscheidung zu NATO-Vorhut verzögert sich - Skopjes Amnestieangebot gilt nicht für "Kriegsverbrecher"

Skopje/Brüssel - Der Generalstab und das Verteidigungsministerium Mazedoniens haben am Mittwoch die NATO beschuldigt, Mazedonien am Kampf gegen die albanischen Rebellen hindern zu wollen. Die NATO habe ein Embargo für Waffenlieferungen an Mazedonien verhängt, aber Mazedonien werde an Waffen kommen und sich verteidigen, sagten Generalstabssprecher Blagoja Markovski und der Vertreter des Verteidigungsministeriums Marijan Djurovski am Mittwochnachmittag in Skopje.

Solange die "Terroristen" sich nicht an die vereinbarte Waffenruhe hielten, werde Skopje "mit unverminderten" Tempo neue, moderne und starke Waffen und Munition einführen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur MIA die beiden.

Die Entscheidung zur Entsendung von 400 NATO-Soldaten zur Vorbereitung der Operation "Essential Harvest" (Bedeutende Ernte) verzögerte sich unterdessen. Die Einspruchsfrist der 19 Mitgliedstaaten des Bündnisses für den entsprechenden Vorschlag der NATO-Botschafter wurde um eine Stunde von 17.00 Uhr auf diesen Mittwoch 18.00 Uhr verlängert.

Keine Amnestie für Kriegsverbrecher

Nach den Plänen soll die Vorhut in Skopje ein Hauptquartier errichten. Die britische Einheit könne bereits Ende der Woche vor Ort sein, hieß es. Die NATO will zur Vorbereitung ihrer Entwaffnungsaktion in Mazedonien bereits jetzt eine Vorhut von 400 Soldaten nach Skopje schicken.

Unter der vom mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski angebotene Teilamnestie sollen nur solche Rebellen straffrei ausgehen, die freiwillig ihre Waffen aushändigen. Die Amnestie gilt jedoch nicht für solche Kämpfer, die sich Verbrechen schuldig gemacht haben, die vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag geahndet werden, hieß es in einem Kommunique Trajkovskis. (APA/dpa/AP)

Die albanischen Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" UCK hatten am Dienstagabend mit der NATO ein Abkommen über ihre Entwaffnung geschlossen. Einen Tag zuvor unterzeichneten die albanischen und mazedonisch-slawischen ein von der NATO und der EU vermitteltes Friedensabkommen

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