Steiner-Pleite: Britischer Eigentümer will Geld von Bilanzprüfern

16. August 2001, 11:41
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Duke Street Capital hat 1,2 Milliarden Schilling durch Steiner-Engagement verloren

Wien - Die britische Investorengruppe Duke Street Capital, die 1998 bei der Ebenseer Kunststoff-Gruppe Steiner eingestiegen ist, will sich an den Bilanzprüfern Confida, Ernst & Young und PricewaterhouseCoopers (PwC) schadlos halten. Das berichtet das WirtschaftsBlatt in seiner morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe. Wären die Bilanzen entsprechend den anwendbaren Richtlinien ordnungsgemäß geprüft worden, hätten die Briten niemals bei Steiner investiert, so die Begründung für diesen Schritt.

Insgesamt hat Duke Street Capital den Angaben zufolge mit dem Steiner-Engagement 1,2 Mrd. S (87,2 Mill. Euro) verloren. "Duke Street prüft Ansprüche gegen die Abschlussprüfer und wird diese auch rechtlich verfolgen", bestätigt Dieter Spranz von der Wiener Anwaltskanzlei Wolf Theiss & Partner, die die Briten in Österreich vertritt.

Alle drei Kanzleien würden jetzt von Anwalt Spranz aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und die damaligen Prüfungsunterlagen offenzulegen. Es gehe dabei um zunächst rund 5 Mill. S pro Abschluss, auf die die Haftung begrenzt sei. Fraglich sei allerdings, ob diese Haftungsbegrenzung bei einem möglichen Rechtsstreit Bestand habe, so das WirtschaftsBlatt. Falls nicht, gehe es um hunderte Mill. S.

Erst vor kurzem hatte das Oberlandesgericht Wien in der Causa Riegerbank einem Kläger Recht gegeben, der eine Haftung des Wirtschaftsprüfers gegenüber Dritten gefordert hatte. (APA)

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