Ägypten: Prozess gegen 52 Gays wegen Homosexualität

15. August 2001, 17:11
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Menschenrechts- organisationen verlangen Freilassung - Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen

Genf - Sechs Organisationen haben am Mittwoch vor dem UNO-Gebäude in Genf gegen den Prozess protestiert, der gegen 52 Ägypter wegen Homosexualität geführt wird. Die Demonstrierenden verlangten die sofortige Freilassung der Angeklagten.

Vertreter der Organisationen, darunter amnesty international (ai) und Pink Cross, bildeten eine Buchstaben-Menschenkette: "Menschenrechte: Lasst die 52 Gays frei". Sie riefen die zurzeit tagende Sub-Kommission für Menschenrechte der Vereinten Nationen auf, sich für die Angeklagten einzusetzen.

Die Männer waren im vergangenen Mai bei einer Party auf einem Nil-Schiff festgenommen worden und saßen seither in Untersuchungshaft. Der Prozess wurde am Mittwoch vor dem Staatsicherheitsgericht wieder aufgenommen, nachdem er am 18. Juli vertagt worden war.

Zwei der Angeklagten wird Diffamieren der Religion vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Den übrigen droht eine Haftstrafe von maximal drei Jahren. Vor dem ägyptischen Staatssicherheitsgericht gibt es keine Berufungsmöglichkeit, wie eine Vertreterin der Menschenrechtsorganisationen sagte.

Nach Angaben von amnesty international wurde in Ägypten die Rechte auf freie Meinung und Versammlung in den letzten Jahren eingeschränkt. (APA/sda)

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