Halber Heimsieg bei der "Alpinale"

15. August 2001, 21:34
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... und massiver Streit im Hintergrund

Bludenz/Bregenz - Einen indirekten Heimerfolg erzielte die deutsche Dokumentation "Indiras Tagebuch" mit dem Sieg des Publikumspreises "Goldenes Einhorn" bei dem am Mittwoch zu Ende gegangenen 17. Europäischem Filmfestival "Alpinale" in Bludenz. Der in Frankfurt lebende Filmemacher Eduard Erne stammt aus Vorarlberg. In der Kategorie Kinderfilme geht die Auszeichnung an "Tsatsiki - Tintenfisch und erste Küsse" der Schwedin Ella Lemhagen.

32 Filme aus Belgien, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich wurden an den vergangenen fünf Tagen gezeigt. Bei dem Festival des jungen Films hat eine Fachjury die besten Beiträge in verschiedenen Kategorien mit dem "Goldenen Einhorn" ausgezeichnet.

Luxemburger Profis

Das Einhorn, das Wappentier von Bludenz, geht für den besten professionellen Film nach Luxemburg zu Daniel Casagrande für seinen Film "La vie à deux". Er erzählt mit sparsamsten Mitteln - schwarz-weiß und ohne Dialoge - den Alltag und die Trennung durch den Tod eines alten Paars. "Sonntag im September" wurde von der Jury als bester nicht-professioneller Film ausgezeichnet. Regie führte der Deutsche Ralf Westhoff.

Das "Goldene Einhorn" für den besten Hochschulfilm konnte ebenfalls eine deutsche Produktion erringen, "Strandgut" von Antonia Jerrentrup. In der Kategorie Animation überzeugte der Schweizer Jonas Raeber mit "Credo". Alljährlich wird auch die Jean Thevenot-Medaille für den besten Ton vergeben. 2001 darf sich damit Franziska Meletzky schmücken, die für die Hochschule für Fernsehen und Film in Potsdam "39 1/2" drehte.

Massiver Streit im Hintergrund

Misstöne gab es hingegen hinter den Kulissen des von Manfred Strolz organisierten Festivals. Der Veranstalter ficht mit der Stadt Bludenz einen veritablen Konflikt aus, was die Nutzung des Kinos angeht. In einem Vertrag sei festgehalten, dass je nach Andrang die "Alpinale" den Saal wählen kann, in dem ein Film vorgeführt wird. Stadt und Kinobetreiber wollten davon angeblich plötzlich nichts mehr wissen.

Mit einer Presseaussendung meldete sich sogar die internationale Jury zu Wort und zweifelte, ob die Stadt Bludenz überhaupt noch als Standortgemeinde der "Alpinale" interessiert sei. Strolz erklärte als vorläufigen Schlussakt am Dienstag seinen Rücktritt als Obmann des Festivals. (APA)

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