US-Delegation reist zu Gesprächen über Raketen-Kontroverse nach China

15. August 2001, 15:05
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China will 1 Million Dollar Entschädigung für "Spionageflugzeug"

Washington - Die USA entsenden in der kommenden Woche eine Delegation in die Volksrepublik China, um Berichte über einen chinesischen Verstoß gegen die Nichtweiterverbreitung ballistischer Raketen aufzuklären. Wie das US-Außenministerium verlautbarte, soll bei den Gesprächen am 23. August darüber beraten werden, inwieweit Peking ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Abkommen zur Raketenfrage eingehalten habe.

Die Zeitung "Washington Times" hatte in der vergangenen Woche berichtet, die staatliche chinesische Firma CMEC habe in diesem Jahr zahlreiche Raketenteile nach Pakistan geliefert. Peking habe damit gegen ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Abkommen verstoßen. China hatte den Bericht als Verleumdung zurückgewiesen.

China fordert 1 Million Dollar Entschädigung

Das US-Außenministerium verwies darauf, China habe sich vertraglich verpflichtet, keinen anderen Staat bei der Entwicklung atomwaffenfähiger ballistischer Raketen zu unterstützen. Zudem habe die Volksrepublik in diesem Zusammenhang umfassende Exportkontrollen angekündigt.

Nach Pentagon-Angaben soll es bei den Unterredungen auch um die von den USA angebotene Entschädigungszahlung an China wegen des im April auf der Insel Hainan notgelandeten amerikanischen Spionageflugzeugs gehen. Nach einer Meldung der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hat die Volksrepublik ein Angebot der USA in Höhe von 34.576 Dollar abgelehnt. China fordert für Kosten im Zusammenhang mit dem Luftzwischenfall eine Million Dollar.

Das US-Spionageflugzeug war am 1. April über dem Südchinesischen Meer mit einem chinesischen Abfangjäger kollidiert; der Pilot des Abfangjägers kam beim Absturz seiner Maschine ums Leben. Der US-Aufklärer wurde Anfang Juli in Einzelteile zerlegt und in die USA zurückgebracht. (APA/Reuters/AFP)

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