Ben-Eliezer: Hisbollah gefährlicher als radikale Palästinensergruppen

15. August 2001, 11:54
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Libanesische Schiiten-Miliz können auch Städte in Nordisrael treffen

Tel Aviv - Die vom Iran gesteuerte libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah verfügt nach Erkenntnissen des israelischen Militärs über Raketen, die selbst die Stadt Chadera, 60 Kilometer nördlich von Tel Aviv, mit nichtkonventionellen Sprengköpfen treffen können. Nicht die Palästinenser, sondern die libanesische Miliz stelle jetzt die größte Bedrohung für Israel dar, meinte Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer nach Angaben von Radio Israel vom Mittwoch. Insgesamt verfüge die Hisbollah über 8000 Katjuscha-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 30 Kilometern.

Die Hisbollah hat drei israelische Soldaten in ihrer Gewalt, die im Oktober 2000 im Dreiländereck mit dem Libanon und Syrien im Gebiet der so genannten Shebaa-Ländereien entführt wurden, sowie einen israelischen Geschäftsmann, den sie als Oberst des Geheimdienstes Mossad bezeichnet.

Die Schiiten-Miliz fordert ihrerseits die Freilassung von Abdel Karim Obeid und Mustafa Dirani, die 1989 bzw. 1994 von israelischen Kommandos aus dem Südlibanon entführt worden waren. Die beiden Männer sitzen ohne Gerichtsverfahren in israelischen Hochsicherheitsgefängnissen. Neben dem deutschen Bundesnachrichtendienst hat sich auch der österreichische Verteidigungsminister Herbert Scheibner bemüht, einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah zu vermitteln. (APA/dpa)

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