Gedächtnisleistung nimmt nach dem 20. Lebensjahr ab

14. August 2001, 20:15
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Jüngere Erwachsene spüren zwar keinen Verlust - Geistiger Abbau jedoch gleich schnell wie bei alten Menschen

Ann Arbor - Die Psychologin Denise Park vom University of Michigan Institute for Social Research (ISR) hat nachgewiesen, dass Gedächtnis und geistige Spannkraft bereits nach dem 20. Lebensjahr schrittweise geringer werden. Menschen dieser Altersgruppen beschweren sich normalerweise nicht darüber, dass sie Namen oder Telefonnummern vergessen. Eine Studie mit mehr als 350 Teilnehmern zwischen 20 und 90 Jahren hat gezeigt, dass die schrittweise Verringerung des geistigen Kapitals erst dann bemerkt wird, wenn es zu Problemen im Alltagsleben kommt.

Park erklärte, dass jüngere Erwachsene überhaupt keinen Verlust verspürten, obwohl sie geistig gleich schnell abbauten wie alte Menschen. In dieser Altersgruppe sei noch weit mehr geistiges Kapital vorhanden als wirklich eingesetzt werde. Ab etwa 65 Jahren wird der kontinuierliche Rückgang der geistigen Fähigkeiten spürbar. Vor allem das Gedächtnis und die Fähigkeit, Neues zu lernen, lassen deutlich nach. Ältere Menschen sind auch für Verzerrungen der Erinnerung anfälliger. Betroffene erinnern unter anderem falsche Informationen häufiger als wahre. Jüngere Menschen merken sich Information und, dass sie falsch war. Erfahrung und allgemeines Wissen können, laut Park, aber vielfach die Verringerung der geistigen Kapazität kompensieren.

Mit Unterstützung des National Institute of Aging setzt die Wissenschaftlerin derzeit Verfahren wie die funktionelle Kernspinresonanztomografie (fMRI) für ihre Forschungen ein. Durch Kombination von Verhaltenstests mit Verfahren der Gehirnforschung vergleicht Park die Gehirnregionen, die bei verschiedenen Aufgabenstellungen von alten und jungen Menschen eingesetzt werden. Zusätzlich soll untersucht werden, welche Muster der Gehirnaktivierung geistig sehr rege ältere Menschen im Vergleich zu weniger aktiven Gleichaltrigen einsetzen. "Kognitive Leistung ist ein direktes Ergebnis von Gehirnaktivität und Gehirnstruktur. Genauso wie Ernährung und Sport unsere Körper fit und gesund halten, werden wir in Zukunft auch Wege finden, die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern." (pte)

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