Erste Reaktionen über Enthaftung

15. August 2001, 15:11
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Ferrero-Waldner zufrieden - Grüne: "Wir freuen uns" - Riess-Passer: "Unerträglich, dass amtsbekannte Berufsdemonstranten nun zu Märtyrern gemacht werden"

Wien/Genua - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat sich über die Freilassung der 13 österreichischen Mitglieder der "VolxTheaterKarawane" aus italienischer Haft zufrieden geäußert. Zugleich gab sie in einer Aussendung am Dienstag ihrer Erwartung Ausdruck, dass auch den übrigen drei Österreichern in italienischer Haft "rasch Gerechtigkeit widerfahren" werde. Sie versprach, die Bemühungen um ihre Freilassung fortzusetzen.

"Öffentliche Stimmungsmache"

Kritik an ihrem Vorgehen wies Ferrero-Waldner als "Versuche, aus der Verhaftung innenpolitisches Kapital zu schlagen", zurück. "Diese öffentliche Stimmungsmache zur politischen Profilierung" habe "nichts zur Freilassung" beigetragen. "Ich hingegen habe mich vom ersten Tag an persönlich und direkt gegenüber der italienischen Regierung um eine möglichste Beschleunigung des Verfahrens und eine baldmögliche Enthaftung bemüht sowie die konsularische Betreuung der Inhaftierten sichergestellt", erklärte Ferrero-Waldner.

Riss-Passer: "Unerträglich, dass amtsbekannte Berufsdemonstranten nun zu Märtyrern gemacht werden"

FPÖ-Chefin und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer bezeichnete in einem Interview mit der Info-Illustrierten "News" die Debatte um die "Volxtheater"-Häftlinge als "unfassbare Scheinmoral", in der "die Werte auf den Kopf gestellt" würden. Es sei "unerträglich, dass amtsbekannte Berufsdemonstranten nun zu Märtyrern gemacht werden", so Riess-Passer laut einer Vorausmeldung von "News".

"Haltlosigkeit der Vorwürfe bewiesen"

Der Genueser Rechtsanwalt der VolxTheaterKarawane, Andrea Sandra, feierte die Freilassung seiner Mandanten als großen Erfolg. "Wir haben die Haltlosigkeit der Vorwürfe über Verbindungen zu dem Black Block bewiesen", betonte er. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch die wegen eines Formfehlers noch in Haft verbliebenen fünf Aktivisten - darunter drei Österreicher - spätestens Freitag oder Samstag freigelassen werden.

"Wir freuen uns"

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, reagierte auf die Freilassung mit Freude. "Wir freuen uns, dass 20 Mitglieder der VolxtheaterKarawane, davon 13 ÖsterreicherInnen, endlich frei sind", erklärte sie in einer Aussendung. Zugleich warf sie Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) "unentschuldbares Verhalten" und Innenminister Ernst Strasser (V) "kontraproduktives Vorgehen" vor, durch das "wertvolle Zeit" vergeudet worden sei.

Kiss: "Erleichtert"

ÖVP-Sicherheitssprecher Paul Kiss zeigte sich über die Freilassung "erleichtert". Die Kritik der Opposition an Außenministerin Ferrero-Waldner wies er "strikt zurück". KPÖ-Vorsitzender Walter Baier zeigte sich über die Enthaftung "zufrieden": "Jede andere Entscheidung wäre - angesichts der Fakten - unverständlich gewesen." (APA)

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