Kinder brauchen Freunde

14. August 2001, 23:15
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... als Beschützer, Ratgeber und Vorbilder

Hamburg - Kinder brauchen Freunde. Nicht nur, um nicht allein zu sein, sondern vor allem als Beschützer, Ratgeber und Vorbilder. Freunde zeigen Kindern Grenzen auf, trainieren die Sozialisation und helfen Schwächen zu bekämpfen. Dabei definieren sich Freundschaften in jedem Alter neu. Während im Kleinkindalter das Streiten erlernt wird, sind in der Pubertät Freunde oft die wichtigsten Vertrauens- und Bezugspersonen. Daher sind Freunde für Kinder in jeder Entwicklungsstufe unverzichtbar, meint Kerstin Baltin, Chefredakteurin des Familienmagazins Familie&Co.

Freunde als Vorbild

Kinder lernen nach und nach Freunde als Vorbild zu sehen, vor allem auch sich von ihnen Sachen abzugucken. Vertrauensverhältnisse aufzubauen, oder mit ihnen zu taktieren. So dass man nach und nach bestimmte Sachen lernt. Wenn es ihnen nicht gelingt bestimmte soziale Fähigkeiten in einer Stufe zu lernen, kann es sein, dass man diese sozialen Fähigkeiten nie, also auch im Erwachsenenalter dann nicht, drauf hat.

Freundschaften prägen Persönlichkeit

Je älter Kinder werden, desto schwerer wiegen die Freundschaften. Sie halten länger und helfen beispielsweise bei Konflikten in der Schule oder auch mit den Eltern. Und sie prägen die Persönlichkeit der Kinder.

Komplette innere Einstellungen

Entscheidend ist der Einfluss der Freunde nicht nur für das soziale Verhalten. Da sind auch politische Meinungen genauso beeinflusst, wie eben die komplette innere Einstellung: Kann ich glücklich sein, werde ich Teamchef oder Mitläufer.

Falsche Freunde

Bisweilen orientieren sich Kinder scheinbar an den absolut falschen Freunden. Tatsächlich ist das aber, von Ausnahmen einmal abgesehen, eine durchaus natürliche und sinnvolle Ergänzung für die Charakterbildung.

Gegensätze ziehen sich an

Ein sehr schwaches Kind, dass nicht so viel Selbstbewusstsein hat, wird sich einen kleinen Rüpel mit Sicherheit suchen. Und einer, der ganz laut ist, wird sich möglicherweise einen suchen, der eher still ist. Aber man muss immer mal selber zurückgucken auf die eigene Vergangenheit. Da wird man feststellen, dass man immer von den Kindern genau am meisten gelernt hat, bei denen die Eltern gesagt haben "na ja also, der ist es nun gerade nicht!" (red)

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