Erweiterung: Schröder sagt Warschau Unterstützung zu

14. August 2001, 16:16
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Deutscher Kanzler findet während seines Polen-Besuchs klare Worte

Stettin - Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Polen erneut Unterstützung bei den EU-Beitrittsverhandlungen zugesagt. "Wir wollen alles in unserer Kraft stehende tun, um dabei zu helfen, dass Polen die Bedingungen erfüllen kann", sagte Schröder am Dienstag bei seinem Besuch in Stettin nach einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski. "Deutschland hat den Wunsch Polens, in der ersten Runde dabei zu sein, immer unterstützt", sagte Schröder.

Er betonte, dass die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland sowie der persönliche Kontakt zwischen ihm und Kwasniewski "besser nicht sein könnten". Schröder hatte am Vormittag im Rahmen seiner Sommerreise die Ostseeinsel Usedom besucht und zu Fuß die Grenze zwischen Ahlbeck und dem polnischen Swinemünde überquert.

"Politik der offenen Türen"

Kwasniewski sagte, er habe "mit größter Freude" die Worte des Kanzlers zur Kenntnis genommen, dass er sich eine Erweiterung der EU ohne Polen in der ersten Runde nicht vorstellen könne. Den Beitrittsverhandlungen solle nach den polnischen Parlamentswahlen im September neuer Elan verliehen werden, sagten beide Politiker. Schröder und Kwasniewski sprachen sich bei dem gemeinsamen Mittagessen im Stettiner Schloss außerdem dafür aus, die 1999 vereinbarte "Politik der offenen Türen" bei der Nato umzusetzen. Es würden aber "objektivierbare Kriterien" gebraucht, wer das nächste Mitglied sein könne, sagte Schröder. Dabei sei ausschlaggebend, ob die neue Mitgliedschaft einen Sicherheitszuwachs für die Nato bedeute und ob der Bewerber die Bedingungen für eine Mitgliedschaft erfülle.

Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen

Schröder und Kwasniewski wollten anschließend dem deutsch-polnisch-dänischen Nato-Korps in Stettin einen Besuch abstatten. Danach war ein Treffen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Jerzy Buzek geplant, bei dem es vor allem um den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen gehen sollte. (APA/AFP)

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