Philippinen: Deutliche Mehrheit gegen Ausweitung der Moslem-Autonomie

14. August 2001, 16:01
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Beobachter machen hohen Anteil der christlichen Bevölkerung für Ergebnis verantwortlich

Manila - In einem Volksentscheid haben die Bewohner auf den Südphilippinen am Dienstag über eine Ausweitung der Autonomen Region Moslem-Mindanao (ARMM) abgestimmt. Ersten, inoffiziellen Ergebnissen zufolge sprach sich allerdings eine deutliche Mehrheit in 15 Provinzen und 14 Städten dagegen aus, das Gebiet über die bisherigen vier Provinzen auszudehnen. Das berichteten philippinische Medien.

Als Grund für die Ablehnung gilt der inzwischen hohe Anteil der christlichen Bevölkerung im Süden des vorwiegend katholischen Inselstaats. Die Autonome Region Moslem-Mindanao war 1989 als Zugeständnis an separatistische Moslemrebellen gegründet worden und führte sieben Jahre später zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit der Untergrundbewegung Moro-Nationale Befreiungsfront (MNLF).

Zu der Abstimmung am Dienstag waren rund fünf Millionen Philippinos aufgerufen. Die staatliche Wahlkommission schätzte die Beteiligung allerdings auf weniger als 50 Prozent. Über gewaltsame Zwischenfälle während der Wahl wurde zunächst nichts bekannt. (APA/dpa)

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