Teil der Droge Ecstasy verursacht Gehirnschaden

14. August 2001, 14:13
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Spanische Forscher isolieren erstmals Nebenprodukt "HHMA"

Barcelona - Spanische Forscher haben mit HHMA (3,4 Dihydroxymethamphetamine) erstmals ein Nebenprodukt von Ecstasy isoliert, das für einen Teil des von der Droge verursachten Gehirnschadens verantwortlich ist. Die aktuelle Studie liefert damit das erste gültige Verfahren zur Messung von HHMA in den Körperflüssigkeiten. Das Team um Rafael de la Torre vom Municipal Institute of Medical Research (IMIM) ist überzeugt, dass diese Entdeckung eine genauere Messung der Neurotoxizität der Droge ermöglichen wird, berichtet das Journal Chemical Research in Toxicology in seiner Septemberausgabe.

Diese Ergebnisse bestätigen laut de la Torre die Vermutung, dass HHMA zumindest teilweise für den durch die Einnahme der Droge entstehenden Gehirnschaden verantwortlich ist. Frühere Studien hatten HHMA mit vielen bekannten Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Bis jetzt war es nicht möglich, die genaue HHMA-Menge bei Ecstasy-Konsumenten festzustellen.

HHMA entsteht bei der Umwandlung von Ecstasy (MDMA - 3,4 Methylenedioxymethamphetamine) in der Leber. Tierstudien haben gezeigt, dass MDMA die Denk- und Gedächtnisleistung schädigt. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass diese Nebenwirkungen erst nach der Umwandlung im Körper entstehen. Die genaue Messung von Menge und Konzentration von HHMA im Körper eines Menschen ermöglicht Einblicke in die Wirkungsweisen der Droge inklusive ihrer Umwandlung. Zusätzlich erwartet de la Torre Möglichkeiten zur Bestimmung der Langzeitfolgen. HHMA kommt nicht natürlich im Körper vor und kann daher bei Nichtkonsumenten nicht nachgewiesen werden.

Diese Beobachtung betrifft nicht nur die akute Wirkung von Ecstasy, sondern vor allem die mittel- und langfristige Neurotoxizität. Vier Freiwillige nahmen zu Testzwecken eine 100 Milligramm Dosis zu sich und lieferten in den folgenden 24 Stunden Blut- und Urinproben ab. Alle Teilnehmer waren regelmäßige Ecstasy-Kosumenten. Die Forscher wiesen in der Folge nahezu identische HHMA- und MDMA-Konzentrationen in den Proben nach. (pte)

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