Neue Krebsform vor allem bei Kindern häufig

14. August 2001, 12:06
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Britische Forscher identifizierten aggressive Form von Neuroblastomen

Birmingham - Forscher der University of Birmingham und des Birmingham Children’s Hospital haben eine neue, extrem aggressive Form von Neuroblastomen identifiziert. Für die neue Krebsform charakteristisch ist laut BBC neben anderen genetischen Veränderungen das Fehlen eines Teils des Chromosomes 11. Die Entdeckung soll in Zukunft eine maßgeschneiderte Behandlung dieser bei Kindern verbreiteten Krebsart ermöglichen und so die Überlebenschancen verbessern. Zusätzlich erwartet das Team um Carmel McConville die Entwicklung neuer Behandlungsformen, die direkt auf die genetischen Ursachen abzielen, berichtet das British Journal of Cancer.

Chromosom 11

Das so genannte MYCN Amplified Neuroblastoma ist bereits seit einiger Zeit als aggressive Form der Erkrankung identifiziert. Es wird für rund ein Viertel der Erkrankungen verantwortlich gemacht. Bei den verbleibenden drei Viertel der Betroffenen stellte das Team eine große Streuung der Überlebensrate fest. Ausgehend von der Annahme, dass diese Streuung von zwei verschiedenen Krankheitsformen verursacht wird, wurden die Chromosome des Nervengewebes von 28 kranken Kindern untersucht. In der Folge war abzuklären, ob die festgestellten Veränderungen mit der Bösartigkeit der Tumore und ihren Reaktionen auf die Behandlung in Zusammenhang standen.

Bei 36 Prozent der untersuchten Tumore fehlte ein Teil des Chromosomes 11. Zusätzlich wurde eine Reihe weiterer genetischer Veränderungen nachgewiesen. Diese Tumorgruppe unterschied sich deutlich von den MYCN und war deutlich aggressiver. Es wird daher davon ausgegangen, dass es drei Formen von Neuroblastomen gibt. Zwei aggressive Formen und eine weniger tödliche. Diese drei Formen wiesen in der aktuellen Studie eine deutlich unterschiedliche Überlebensrate auf. Sie lag innerhalb von zwei Jahren bei MYCN bei 34 Prozent, bei der neuen Art bei 30 Prozent und bei der dritten Art bei 100 Prozent.

Die Forscher sind überzeugt, dass ein Drittel der Neuroblastome zu der neuentdeckten, aggressiven Form gehört. McConville erklärte, der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung von Neuroblastomen sei die Voraussagbarkeit der Reaktionen auf die Behandlung und die entsprechende Abstimmung von Medikation und Strahlenbehandlung. Bei Neuroblastomen handelt es sich um eine Krebserkrankung des unreifen Nervengewebes, von der in den meisten Fällen die Nebenniere betroffen ist. Diese Krebsform ist für 13 Prozent der Krebstode bei Kindern verantwortlich. (pte)

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