Zufall oder "Frontrunning"?

14. August 2001, 18:51
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"Umsatz-Auffälligkeiten" vor der 3Sat-Börsen-sendung - Vorunter-suchung eingeleitet

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) leitet eine Voruntersuchung ein, um zu klären, ob es im Zusammenhang mit dem "3satBörsenspiel" vom Freitag, 10. August, zu Insiderkäufen gekommen ist. Dies berichtet das "manager magazin" am Montag in seiner Online-Ausgabe. Es soll geklärt werden, ob es im Vorfeld der Depot-Aufnahme der Börsenspiel-Teilnehmerin Christiane Schanzenbach zu sogenanntem Frontrunning gekommen ist.

Signifikante Umsatzsteigerung

Im Rahmen des TV-Börsenspiels wurde die Aktie der am Neuen Markt notierten Brain International AG in das Depot von Schanzenbach aufgenommen. Im Freitags-Handel war es zuvor laut "manager-magazin" zu einem signifikanten Umsatz- und Kursanstieg des Papiers gekommen. So legte die Aktie bis zum Handelsende auf Xetra-Basis 16,07 Prozent zu. Das Handelsvolumen lag bei 92.102 Euro gegenüber einem 30-Tage-Durchschnittsumsatz von 22.993 Euro. Insgesamt wechselten am Freitag 31.835 Aktien der Brain International AG im Xetra-Handel den Besitzer, am Vortag waren es 7.736.

Performance von 247 Prozent in sechs Monaten

Die Teilnehmerin Schanzenbach ist laut "manager-magazin" eine Mitarbeiterin des Redaktionsteams von Gerd Weger, dem Gewinner des "3satBörsenspiels 99/00". Laut seinem eigenen Finanzportal "toptrading.de" erzielte Weger dabei mit einer Performance von 247 Prozent in sechs Monaten "das mit Abstand" beste dort je erzielte Ergebnis. Unter den Papieren, die Weger zu Beginn des Spiels in sein Depot aufnahm, war auch Kinowelt, die Aktie seines Geschäftspartners Michael Kölmel. Weger nahm den Kinowelt-Wert auch in das Musterdepot seines Börsenbriefs auf. Diese Vorgehensweise brachte Weger laut "manager magazin" Kritik von Anlegern und Fachleuten ein. (pte)

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