Allianz meldet weniger Gewinne

14. August 2001, 10:17
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Zurückhaltung bei Realisierung von Kursgewinnen angesichts der schwachen Aktienmärkte

München - Die Allianz AG hat im ersten Halbjahr 2001 wegen ihrer Zurückhaltung beim Verkauf von Wertpapieren einen Gewinnrückgang um fast 8 Prozent verzeichnet und damit ein Ergebnis am unteren Rand der Analystenerwartungen erzielt. Der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter habe sich in den ersten sechs Monaten von 1,5 Mrd. Euro auf 1,4 Mrd. Euro (19,3 Mrd. S) verringert, teilte Europas größter Versicherer, seit Ende Juli die Muttergesellschaft der Dresdner Bank, am Dienstag mit. Die Bruttobeitragseinnahmen nach IAS-Rechnung stiegen dagegen um 7,9 Prozent auf 31,4 Mrd. Euro. An seinen Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr hielt der Versicherer fest.

Analysten hatten einen Nettogewinn von 1,2 bis 2,1 Mrd. Euro prognostiziert, und bei den Bruttoprämieneinnahmen im Durchschnitt 31,3 Mrd. Euro erwartet. "Operativ ist das Geschäft besser gelaufen als erwartet", sagte Carsten Zielke von der WestLB Panmure, der die Aktien weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 381 Euro empfiehlt. In den ersten Handelsminuten am Dienstag legten die Allianz-Titel 0,8 Prozent auf 323,90 Euro zu.

Steigerung der Beitragseinnahmen um 5 Prozent erwartet

Die Allianz habe sich angesichts der schwachen Aktienmärkte bei der Realisierung von Kursgewinnen im ersten Halbjahr zurückgehalten, begründete der Münchener Konzern den Gewinnrückgang. Mit einem Minus von 3,6 Mrd. Euro sei das Ergebnis aus Kapitalanlagen im ersten Halbjahr 2001 deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahreszeitraum, sagte ein Allianz-Sprecher. Zudem hatte der Versicherer im ersten Halbjahr 2000 bereits einen Großteil der für das Jahr geplanten Kapitalerträge eingefahren, wodurch der Gewinn um 30 Prozent gestiegen war.

In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beiträge den Angaben zufolge um 9,7 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro. Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich damit auf knapp 60 Prozent. Vor allem die Rentabilität des Bereiches verbesserte sich. So fiel die Schaden/Kosten-Quote (combined ratio, das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zu den verdienten Nettobeiträgen) auf 102,2 Prozent von 105 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Allianz weiter eine Steigerung der gesamten Beitragseinnahmen um gut 5 Prozent auf etwas über 72 Mrd. Euro und ein Gewinnwachstum ohne die Dresdner Bank von 13 Prozent. Auch inklusive des Kreditinstituts, das im ersten Halbjahr vor Steuern einen Ergebnisrückgang um 12,7 Prozent auf 616 Millionen Euro verzeichnete, bleibe die Prognose eines 15,5-prozentigen Gewinnwachstums bestehen, sagte der Sprecher. In den Halbjahreszahlen der Allianz ist die Dresdner Bank noch nicht enthalten. (APA/Reuters)

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