Seitner kritisiert Rückkehr zur "Gastarbeiterpolitik"

14. August 2001, 09:02
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Geschäftsführer des Integrationsfonds verurteilt neue Quote "auf das Schärfste"

Wien - "Auf das Schärfste" verurteilte der Geschäftsführer des Wiener Integrationsfonds, Hannes Seitner, am Montag die im Ministerrat beschlossene Zuwandererquote für 2002. Die Zuwanderungspolitik orientiere sich ausschließlich an den kurzfristigen Interessen der Wirtschaft. Dass sich Arbeitsmigration künftig ausschließlich auf höher Qualifizierte beschränke stelle eine Rückkehr in das überholte Denken der "Gastarbeiterpolitik" dar, meinte Seitner in einer Aussendung.

So würden mit dem künftig von NeuzuwandererInnen verlangten Nachweis eines Mindestbruttoeinkommens von 26.000 S "Menschen ausschließlich zum Wirtschaftsfaktor degradiert". Mit dem Wegfall der Quote für die sonstigen Erwerbstätigen werde die weitere Existenz aus Drittstaaten stammender Familienangehöriger österreichischer Staatsbürger nach dem Tod ihres Ehepartners oder nach Scheidung verhindert. Außerdem werde es unmöglich gemacht, dass Menschen, denen aus humanitären Gründen eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wurde, eine längerfristige Lebensperspektive in Österreich entwickeln können, so Seitner.

Seitner forderte die Herausnahme der Familienzusammenführung aus der Zuwandererquote und den Abbau des "Rucksackes" durch eine - vom Innenminister vor mehr als einem Jahr zugesagten - Sonderquote. Außerdem stelle sich angesichts der in Europa laufenden Diskussion das Quotensystem insgesamt in Frage, meinte Seitner.
(APA)

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