Reihum beim Zitronenbaum

13. August 2001, 22:38
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Und in Mödling schafft man eine sonnengelbe Komödie

Wenn der prototypische britische Komödienschreiber seinem Unmut über die Verfahrensweise aristokratischer Eheanbahnung schreibend Platz einräumt, nimmt er durchaus auch Anleihe beim Figureninventar italienischer Schnulzen. So kommt es, dass man bei den Mödlinger Komödienspielen, die sich mit Felix Dvorak an leitender Stelle diesmal dem Autor William D. Home verschrieben haben, nur verkappte Sentimentalisten beim hohen Spiel verfolgt:

Die eine Diplomatenfamilie urlaubt bei der anderen in Rom. Das Töchterl lernt, wie die Generationen zuvor, ihren Harvard-Studenten in der blauen Grotte bei Neapel kennen und beim Zitronenbaum lieben. Blöd nur, dass im Zuge amouröser Verstrickungen die Väter reihum die biologisch falschen sind. Zum Glück aber liegt bühnentechnisch der Blick auf die vatikanischen Gärten frei. Und mit Gottes Segen und Louis Prima ("That's amore") nimmt das Ensemble (Peter Uray, Chris Lohner, Daniel Serafin, Felix Dvorak u. a.) tapfer den Akt der Entwirrung auf.
(afze/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15. 8. 2001)

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Komödienspiele Mödling
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