WAP wird weiterhin nicht angenommen

13. August 2001, 20:45
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Konsumenten ignorieren das "Internet am Handy"

Vier von fünf Österreichern besitzen derzeit ein Handy. Doch die Nutzung von WAP (Wireless Application Protocol), das seit 1999 internetähnliche Inhalte auf den Handyschirm bringt, steckt weiterhin in den Kinderschuhen, wie eine Befragung unter 1002 Handybenutzern durch OgilvyInteractive zeigt.

Bekannt

Zwar haben 18 Prozent der Konsumenten ein WAP-Handy. Aber gerade sechs Prozent der Handynutzer halten sich für "aktive WAP-Nutzer", nur noch eine verschwindende Minderheit von zwei Prozent hält sich für "Intensivnutzer". Immerhin drei Viertel der Befragten ist WAP bekannt.

Rund ein Viertel begründen ihr geringes Interesse damit, dass WAP zu teuer sei, sagt Lukas Leitner, Geschäftsführer von OgilvyInteractive. Knapp zehn Prozent halten die kleinen Displays der Handys für unzureichend und WAP für zu langsam.

Sinnvoll?

Größtes WAP-Handicap seien fehlende sinnvolle Anwendungen, sagt Leitner. Vorzeigebeispiel für Vielfalt und Nutzen sei der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo, der mit i-mode rund 30 Mio. Kunden einen WAP-ähnlichen Dienst mit 18.000 Anwendungen anbietet.

Trotz sei WAP "nicht tot", sagt Leitner. Im Hinblick auf die Einführung des Technologiestandards GPRS (General Packet Radio Service) als Vorstufe zur dritten Mobilfunkgeneartion UMTS (Universelles Mobiles Telekommunikations-System) stecke in der WAP-Technologie viel Potenzial, das aber entwickelt werden muss.

Bei Nutzern gibt es im Moment noch eine Zweiteilung, meint Sabine Müller von OgilvyIntractive. Ungebrochen sei der Boom beim Kurzmitteilungsservice SMS sowie Onlinespielen, die vorwiegend von unter 25-Jährigen genutzt werden.

Anwendungen

Die über 30-Jährigen wünschen sich dagegen anderes. Auf Platz eins der Wunschliste der WAP-Anwendungen rangieren laut Umfrage öffentliche Dienste: 60 Prozent können sich etwa Behördenwege via Handy vorstellen, 59 Prozent finden, elektronische Wegweiser via Handy sind ein nützliches Feature.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) hält WAP dafür geeignet, Kinoprogramme oder Telefonnummern in Erfahrung zu bringen. Börsen-News, Sportergebnisse oder Nachrichten wollen 54 Prozent der Befragten. Während fast jeder Zweite (45 Prozent) Kino-, Theater-und Zugtickts via Handy bestellen will, ist allerdings nur jeder Vierte bereit, seine Geldgeschäfte auf WAP durchzuführen. (jake - Der Standard Printausgabe)

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