Legende zum neuen Zuwanderungskonzept

13. August 2001, 20:14
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  • Schlüsselkräfte:
    Als Schlüsselkräfte gelten Führungskräfte, qualifizierte FacharbeiterInnen und Selbstständige samt Familienangehörigen. Das Kontingent wurde für kommendes Jahr auf 2400 festgelegt. In einem Katalog werden die Kriterien aufgelistet, darin enthalten ist auch eine Mindestentlohnung von monatlich 26.000 Schilling brutto. Ausnahmen sollen aber möglich sein. Die Arbeitsbewilligung ist vorerst auf ein Jahr befristet.

  • Saisonarbeitskräfte:
    Die Quote für Saisoniers und ErntehelferInnen wird auf 15.000 festgelegt, aber für alle Bereiche, in denen ein Fachkräftemangel herrscht, geöffnet. Die Saisoniers erhalten eine Arbeitsbewilligung auf sechs Monate, eine einmalige Verlängerung ist möglich. Rechte, etwa auf Aufenthaltsverfestigung oder Familiennachzug, ergeben sich daraus nicht.

  • Regionale Kooperation:
    Auf regionaler Ebene können Abkommen mit den Nachbarstaaten geschlossen werden, in der zusätzliche Kontingente für benötigte Arbeitskräfte möglich sind.

  • PendlerInnen:
    Fallen aus der Quote heraus. Niederlassung oder Familiennachzug sind nicht möglich.

  • Familienzusammenführung:
    Die Quote bleibt mit 5490 gleich hoch wie im heurigen Jahr. Der Überhang an bisher eingebrachten Anträgen macht derzeit aber etwa 11.000 aus. Für bewilligte Familienangehörige soll nach fünf Jahren und einer "strengen Arbeitsmarktprüfung" der Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

  • Zuwanderungsbehörde:
    Im Innenministerium wird eine neue Behörde geschaffen, bei der zentral alle Anträge behandelt werden sollen. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium und dem Arbeitsmarktservice erfolgt eine Bedarfsprüfung.

  • Integrationsvertrag:
    AusländerInnen, die neu nach Österreich zuwandern, müssen einen "Integrationsvertrag" abschließen, der sie zu Sprachkursen und beruflichen Orientierungskursen verpflichtet. Innerhalb eines Jahres soll eine Prüfung abgelegt werden. Kommt einE ZuwandererIn dieser Verpflichtung nicht nach, soll seine/ihre Aufenthaltsbewilligung auslaufen. Die Kurse sind übrigens nicht gratis.
    (Michael Völker)

    (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.8. 2001)

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