Russland will an ABM-Vertrag festhalten

13. August 2001, 20:25
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Putin hofft auf Lösung der durch US-Raketenpläne aufgeworfenen Probleme

Moskau - Russland will nach den Worten von Verteidigungsminister Sergej Iwanow weiter am ABM-Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehr aus dem Jahre 1972 festhalten. Nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Donald Rumsfeld über die US-Pläne für ein nationales Raketenabwehrsystem sagte Iwanow am Montag in Moskau, die Darlegungen Rumsfelds, wonach der ABM-Vertrag überholt sei, hätten ihn nicht überzeugt. Das Thema ABM sei überdies nicht ohne das Kernthema weiterer atomarer Abrüstung zu diskutieren.

Der ABM-Vertrag sei im Kalten Krieg entwickelt worden und habe seinen Nutzen überlebt, hatte Rumsfeld im Vorfeld des Treffens mit Iwanow erklärt. Die USA hätten schließlich auch keine Verträge mit Mexiko oder mit Kanada oder England, um sicher zu stellen, dass man sich nicht gegenseitig angreife. Die Vorstellung, ein nationales Raketenabwehrsystem könne irgendjemanden stören, sei unsinnig. (Reuters, red)


(DER STANDARD; Printausgabe; 14.8.2001)

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