Vom Glasturm auf die Urania herabschauen

13. August 2001, 19:33
posten

Das Grätzel zwischen Urania und Wienfluss wird runderneuert

Die Urania ragt noch als tristes Gerippe ins Stadtpanorama, die Radetzkybrücke ist dafür fast fertig. Am anderen Ufer ist seit neuestem ein großes Loch: Darauf wird das gläserne Uniqua-Verwaltungsgebäude errichtet.

Wien - Frohbotschaften werden gerne verkündet, und so ist man bei der MA29 (Brückenbau) scheint’s stolz, jetzt schon verraten zu dürfen: "Wir sind wahrscheinlich bald fertig." Heißt für Autofahrer schon jetzt Vorfreude auf staureduzierten Montagmorgenverkehr zu haben: Ab 20. August dürfen sie damit rechnen, dass der Verkehr auf der Radetzkybrücke vom Franz-Josefs-Kai Richtung Leopoldstadt wieder freigegeben wird. Allerdings hält diese Frohbotschaft nur, "wenn auch das Wetter hält und wir weiter so gut vorankommen". Ansonsten rechnet Baukoordinator Erich Zsifkovits - wie am Baustellenschild angekündigt - spätestens Ende August mit der Freigabe. Bis dahin ist laut Zsifkovits noch der Fahrbahnasphalt - samt Verschleißschicht oben drauf - anzubringen, die Markierung aufzumalen und die Ampelregelung neu einzustellen. Die Jugendstilbrücke, 1900 erbaut, ist dann runderneuert.

Vom Baugerippe gegenüber - genauer aus dem Inneren der Urania - ist momentan nur knatternder Baulärm zu vernehmen. Doch schon im Oktober soll im Puppentheater wieder der Betrieb aufgenommen werden: Dann werden sich Kasperl und der Drache wieder schlagkräftige Scharmützel liefern. 180 Millionen Schilling kostet die Sanierung des Jahrhundertwendebaus von Architekt Max Fabiani. Ebenfalls ab Oktober wieder zu benützen: ein Veranstaltungssaal und Kursräume der Wiener Volkshochschulen. Neue Stiegenhäuser sind bereits im Rohbau errichtet. Ende Jänner 2002 wird die nächste Bauetappe fertig.

Glasellipse von Uniqua Das Urania-Grätzel wird zur bekannten Architektur aber einen ganz neuen städtebaulichen Akzent verpasst bekommen: Beim Versicherungsunternehmen Uniqua hat man soeben begonnen, das Verwaltungsgebäude an der Aspernbrückengasse zu errichten. Viel Glas wird den ellipsenförmigen Hochhausgrundriss einundzwanzig Stockwerke hoch begrenzen, um den Rundumblick auf das Grätzel und die Stadt zu ermöglichen. Architekt Heinz Neumann will mit dem Bau das Versicherungsunternehmen "als Wahrzeichen in der Donaukanal-Silhouette" verewigt wissen. Als markantestes Gebäude im Urania-Grätzel könnte das auch gelingen. (DER STANDARD,Print,14.8.2001)

Andrea Waldbrunner
Share if you care.