"Nächstes Jahr schreiben wir Gewinne"

14. August 2001, 12:24
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Chef des Softwareanbieters update.com will mit schwarzen Zahlen überzeugen

Wien - Dass die Softwareschmiede update.com immer wieder in der Reihe der "Penny Stocks" am Neuen Markt aufschien, hat ihrem neuen Chef Herhard Schuberth "wehgetan". Die Billigaktien am Neuen Markt, auch Penny Stocks genannt, notieren in der Nähe von einem Euro und werden ab 1. Oktober aus dem Index fliegen, wenn sie sich nicht binnen 30 Tagen in die Höhe bewegen. Update.com notierte am Montag bei 1,50 Euro - bei einem Emissionskurs von 23 Euro im April 2000.

Seit 1. Juni im Amt, hat der ehemalige Manager von Philips und zuletzt Colt Telecom Austria hart durchgegriffen: 75 Mitarbeiter wurden abgebaut. Vor allem die "viel zu teure Managementstruktur" wurde beschnitten. Parallel arbeitende Entwicklungszentren wurden im Zeichen der Synergieeffekte in Klagenfurt und Indien geschlossen und in Wien konzentriert.

Turnaround in 2002

Die Gesamtkosten sollen bis Jahresende um die Hälfte gesenkt werden, sagte Schuberth. Bis dahin soll die "Cash Burn Rate", die anzeigt, wie viel Geld ein Unternehmen "verbrennt", auf null gedrückt werden. In den ersten Quartalen des Jahres lag dieser Wert bei zehn Mio. Euro, innerhalb weniger Wochen hat Schuberth die Quote auf sieben Mio. Euro gedrückt. Bis Jahresende will der neue Chef den Turnaround schaffen und 2002 Gewinne vorlegen.

Hauptstandbein CRM Management

Das Hauptstandbein von update.com - Software für "Customer Relationship Management (CRM, Kundenbeziehungen) - bleibt Unterneh- mensfokus. Zunächst ein Instrument für Vertriebsmarketing, bindet die CRM-Lösung von update.com mittlerweile alle Abteilungen eines Unternehmens in das System ein.

Das Produkt stimmt

Das Produkt sei hervorragend. Sicher ist sich Schuberth aber, dass in finanztechnischer Hinsicht vor und nach dem Börsengang von update.com "fast alles falsch gemacht wurde, was man falsch machen kann". Daher sei nun angesagt, mit den hoch entwickelten Produkten Kasse zu machen. Einige seien ein Jahr lang in der Schublade gelegen. Dass er selbst an das Comeback von update.com glaubt, bestätige seine Beteiligung am Stock-Options-Plan. Derzeit halten die Unternehmensgründer Gilbert Hödl und Arno Huber je neun Prozent; 35 Prozent sind im Streubesitz, den Rest halten Fonds. (Esther Mitterstieler, Der Standard, Printausgabe, 14.8.2001)

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