1, 2 oder X wird modernisiert

13. August 2001, 20:20
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Neues Fußballwettsystem "tipp3" startet am 24. August in Lottoannahmestellen

Wien - Die im Frühjahr gegründete Österreichische Sportwetten GmbH, eine Tochter von Lotterien und Casinos Austria, der Vertriebsgesellschaft Mediaprint (Kurier, Krone) sowie einiger Bundesländer-Tageszeitungen, lanciert am 24. August ihr erstes Produkt: Das Fußballwettsystem "tipp3" wird über 4000 Annahmestellen - hauptsächlich Trafiken, am Land aber auch Postämter und Greißler - vertrieben.

Mittelfristig werde "tipp3" das jahrzehntealte "Toto" laut Brancheninsidern vermutlich ablösen. Die Unterschiede: Der oder die Wettende kann zweimal pro Woche, dienstags und freitags, aus neunzig nationalen und internationalen Spielen auswählen. Die Codes "1", "2" oder "X" für "Heimsieg", "Auswärtssieg" oder "Unentschieden" gibt es aber nach wie vor. Auf konkrete Ergebnisse kann nicht gesetzt werden, im Unterschied zu den Angeboten bei Buchmacherunternehmen wie Admiral oder BetandWin.

Die Anzahl der Tipps kann zwischen drei und zehn, die Höhe der Einsätze zwischen 30 und 5000 S (2,18 bis 363,36 EURO) liegen. Die Quoten werden von Buchmachern festgelegt. Der Maximalgewinn beträgt eine Mio. S pro Einfachwette, zehn Mio. S bei einer Systemwette. Bis 5000 S wird direkt an den Annahmestellen ausgezahlt.

800 Mio. S Umsatzziel

Zwischen September und Dezember hat sich die Sportwetten GmbH ein Umsatzziel von 250 Mio. S gesetzt. Im ersten Volljahr werden 800 Mio. S angepeilt. Je nach Umsatzentwicklung sollen "frühestens zu Jahresende 2001" auch für andere Sportarten Wetten in den Trafiken angeboten werden, so Barabara Winzely, Sprecherin des Unternehmens zum STANDARD: Skifahren, danach auch Tennis oder die Autorennserie Formel 1.

Oliver Heinzel, Vorstandschef des Marktführers Admiral Sportwetten AG, sagt; "Wir freuen un darüber, dass einem breiten Publikum Sportwetten näher gebracht werden." Das Prinzip von "tipp3" sei an sich schon bekannt, da es das schon länger aktive "Oddset" der deutschen Lotterien kopiere. Der Markt der Sportwetten, in Österreich zwischen 3,5 und vier Mrd. S pro Jahr groß, könnte sich aber vergrößern. Die Buchmacher und Wettcafés hätten aber unter anderem die Vorteile, dass mehr Information oder Öffnung zeitgleich zu den Matches geboten werde.

Niedrigere Marge

Für die heimischen Tabaktrafikanten stellen sich die Fragen, "wie schnell dreht sich die Sache, und wie viel wird von Toto/Lotto dadurch abgezogen", so Bundesgremialvorsteher Peter Trinkl. Dies auch deswegen, weil die Marge für die Trafikanten bei den Sportwetten mit fünf Prozent des Einsatzes niedriger ist als die neun Prozent beim Lotto "6 aus 45" und Toto. Um das Produkt aber schnell bekannt zu machen, müssten die Auszahlungsquoten für die Konsumenten attraktiv sein, zeigt sich Trinkl einsichtig. Der Manipulationsaufwand sei nicht übermäßig hoch, da derselbe Annahmeterminal wie beim Lotto verwendet werde. (Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 14.8.2001)

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