Globalisierungsgegner drohen mit Protesten für VolxTheaterKarawane

13. August 2001, 16:51
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Sollten die inhaftierten Aktivisten nicht freigesprochen werden

Rom - Der Chef des Dachverbands von Italiens pazifistischen Globalisierungsgegnern, dem "Genoa Social Forum"(GSF), Vittorio Agnoletto, fiebert dem Beschluss der Richter von Genua entgegen, die über die Freilassung der Aktivisten der "VolxTheaterKarawane"entscheiden müssen. "Es ist ganz offensichtlich, dass es sich um eine friedliche Theatergruppe handelt. Nachdem die italienische Polizei Hunderten von Black Blocks erlaubt hat, die Stadt zu verwüsten, suchen sie nun Sündenböcke, weil sie nicht zugeben wollen, dass ihnen alle Anarchisten entwischt sind", so Agnoletto.

Agnoletto betonte, der GSF werde Protestinitiativen organisieren, sollte das Gericht in Genua die Österreicher nicht freilassen. "Es gibt keine Beweise gegen die österreichischen Aktivisten. Wir haben über die Theatergruppe genaue Informationen. Sie hat überhaupt nichts mit den Krawallen während des G-8-Gipfels zu tun", so der Chef des GSF.

Opfer der Polizei

Seiner Ansicht nach ist die VolxTheaterKarawane zum Opfer der Polizei geworden, die auf der Suche nach Verantwortlichen für die Verwüstungen in der ligurischen Hauptstadt war. "Nach den Gewalttätigkeiten hat die Polizei die ganze Gegend um Genua auf der Suche nach Ausländern durchgekämmt, die an den Demonstrationen teilgenommen hatten. Es hat sich um eine wahre Razzia gehandelt, nachdem bereits Hunderte von Black Blocks die Stadt verlassen hatten. Die österreichische Gruppe ist zum Opfer dieser Aktion gefallen", so Agnoletto.

Seit der Festnahme der 16 Österreicher vor drei Wochen hat sich der GSF massiv für die Aktivisten eingesetzt. Der Dachverband stellte den Inhaftierten ein Rechtsanwälte-Team zur Verfügung. Mit einer massiven Medienkampagne wurde die italienische Öffentlichkeit kontinuierlich über die Aktivität der Theatergruppe informiert. Dank einer Initiative des GSF wurde außerdem eine Unterschriftensammlung unter hochrangigen Persönlichkeiten der italienischen Kulturszene gestartet, die auch vom Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo sowie von bekannten Regisseuren und Schauspielern unterstützt wurde. (APA)

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    Vittorio Agnoletto

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