Für Caritas kein Grund zum Feiern

13. August 2001, 16:27
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Küberl: Familienzusammenführung aus der Quote heraus nehmen

Wien - Caritas-Präsident Franz Küberl forderte am Montag in einer Aussendung, die Familienzusammenführung aus der Quote heraus zu nehmen. Dass die Quote für die Familienzusammenführung nun nicht gesenkt werde, sei allein noch kein Grund zum Feiern: "Wir haben derzeit eine integrationspolitische Situation, dass wir uns schon freuen sollen, wenn es nicht noch schlimmer wird", so Küberl in einer Aussendung, "de facto warten aber Tausende Menschen darauf, als Familie zusammenleben zu können. Und es ist eine Illusion zu glauben, dass die Zahl der wartenden Menschen kleiner wird."

Die Zahl der Wartenden steige im Gegenteil an, betonte Küberl. Seit 1998 würden zwar Quotenplätze für den gewünschten Familiennachzug erteilt. "Wir wissen aber aus der Praxis, dass sich die Familiensituation vieler Menschen einfach ändert. Das kann man nicht vorher planen." Das zeige sich schon allein daran, dass trotz der Ankündigung, der Rucksack werde im Laufe des heurigen Jahres noch abgebaut, wie im Vorjahr über 11.500 Menschen auf einen Quotenplatz warten.

Integration funktioniere jedenfalls nur dann, wenn es Rahmenbedingungen gebe, unter denen sich Menschen zu Hause fühlen können und nicht auf bloße Arbeitskräfte reduziert werden, so Küberl. "Integration umfasst viel mehr als Deutsch zu lernen. Es heißt, gleichberechtigter Partner zu sein. Ich hoffe, dass die Anstrengungen der Regierung und der Sozialpartner künftig in diese Richtung gehen werden." Der Integrationsvertrag scheine diese Intention nicht zu verfolgen. Eine Integrationsvereinbarung wäre zu begrüßen, "nur müsste sie ein ausgewogenes Verhältnis der beidseitigen Rechte und Pflichten beinhalten und dürfte unseren ausländischen Mitbürgern nicht einseitig Assimilierungsleistungen abverlangen". (APA)

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