Pfeffer: "Hackln bei der Austria werden tief fliegen"

13. August 2001, 22:34
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Haan spricht von verlorenem Machtkampf

Wien - Der Sieg im 226. Wiener Derby stand bei der Wiener Austria am Montag völlig im Hintergrund. Während beim von Geldgeber Frank Stronach beurlaubten Duo Haan/Baumeister sowie bei den Akteuren Überraschung, Verwunderung und Enttäuschung herrschten, nahmen Walter Hörmann und Anton Pfeffer voll motiviert die Arbeit als gleichberechtigtes Trainer-Tandem mit ihrer ersten Einheit im Horr- Stadion auf.

"Wir sind uns bewusst, dass es bei uns noch schneller als bei den anderen gehen kann, dass wir weg sind", meinte Hörmann. "Es ist eine Riesenchance für uns. Die Hackln werden aber enorm tief fliegen", fügte Austria-Urgestein Pfeffer hinzu.

Überraschter Haan

"Der Zeitpunkt meiner Beurlaubung kam sehr überraschend. Allerdings auch wieder nicht, wenn man gewisse Strömungen im Verein kennt. Ich habe einen Machtkampf innerhalb des Vereins verloren. Die gegen mich waren, haben gewonnen", erklärte ein schwer enttäuschter Haan nach nur fünfmonatiger Amtszeit auf dem violetten Schleudersitz. "Ich wundere mich nur, wie man Dinge entscheiden kann, wenn man nicht da ist. Frank hat mir gesagt, dass er das alleine beschlossen hat. Das glaube ich aber nicht", meinte Haan in Richtung des Magna- Chefs, der seine Entscheidung bereits am Freitag getroffen und Hörmann bei einem gemeinsamen Mittagessen informiert hatte.

"Ich war mit den Resultaten nicht zufrieden, es ist ganz einfach: von 18 Spielen haben wir nur vier gewonnen. Wir haben viel Kapital eingesetzt, aber wenig Punkte gemacht. Mit dieser sportlichen Führung hätten wir unsere Ziele nicht erreichen können. Wir wollen in Österreich Meister werden und international zur Europaspitze kommen", kommentierte Stronach seine Entscheidung. "Ich habe das alleine entschieden und mich von niemandem beeinflussen lassen. Es ist nicht meine Gewohnheit, über weitere Details zu sprechen. Ich bin gewohnt, Erfolg zu haben."

Stronach sprach Tacheles

Hörmann hatte vor vier Wochen, aus Gründen die er nicht mehr nennen will, seinen Rücktritt als Co-Trainer der Favoritner angeboten. Nach einem Telefonat mit Stronach wartete der Steirer jedoch auf dessen Rückkehr aus Amerika. "Von der Entscheidung habe ich am Freitag erfahren. Frank hat mir innerhalb von einer Minute alles klar gemacht."(APA)

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