Früherer Biochemie-Chef Sellemond offiziell verabschiedet

13. August 2001, 15:29
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Kundl - Der langjährige Vorstandsvorsitzende, der zum Novartis-Konzern gehörende Biochemie GmbH, mit Sitz in Kundl (Tirol), Oswald Sellemond, ist am Montag offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Er bleibt aber vorerst weiter Aufsichtsratsvorsitzender der Biochemie, diese Funktion übt der 69-jährige seit 1999 aus.

Der in Feldthurns in Südtirol geborene Sellemond trat 1959 in die Biochemie ein. In seiner Ära stieg der Umsatz von 912 Mill. S (1979) bis auf 11 Mrd. S (2000) an. Novartis-Präsident Daniel Vasella würdigte bei einem Festakt in Kundl unter anderem den Einsatz Sellemond zur Anerkennung der Biotechnologie in Österreich. Die Nachfolge Sellemonds im weltweiten Novartis-Bereich Generika hat mit 1. Juni Christian Seiwald (45) übernommen.

Global größter Hersteller für Penicillin V

Heute ist die Biochemie weltweit der größte Hersteller für Penicillin V und erzeugt über ein Drittel der Weltproduktion. Bereits 1980 erfolgte die weltweit erste industrielle Produktion eines gentechnischen Proteins,eines Interferon, im Werk Kundl. Auf Basis des Bio-Tech-Know-hows entwickelte sich Biochemie in den vergangenen Jahren zum Fermentationszentrum für den gesamten Novartiskonzern und ging eine Reihe von Biotech-Kooperationen mit Dritten ein. Derzeit wird der eigene Einstieg in die Herstellung und Vermarktung von gentechnischen Biopharmazeutika vorbereitet, mit denen ein wichtiges weiters Geschäftsfeld für die kommenden Jahre erschlossen werden soll.

Bei fertigen Arzneimitteln ist die Biochemie in über 100 Ländern aktiv. Das Sortiment wird kontinuierlich mit generischen Arzneiformen ausgeweitet. Die Exportquote bei Biochemie liegt derzeit bei 97,3 Prozent in mehr als 120 Länder. Der Umsatz betrug zuletzt 10,9 Mrd. S (792 Mill. Euro). Beschäftigt werden im Gesamtkonzern knapp 4.000 Mitarbeiter, davon rund 2.100 in Kundl. Nach eigenen Angaben ist die Biochemie größter Pharmaproduzent Österreichs. Produktionsstandorte befinden sich neben Österreich auch in Indonesien, Italien, Spanien und Deutschland. Das Sortiment besteht vorwiegend aus patentfreien Pharmazeutika (Generika) und soll in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden. (APA)

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