ÖH über Gehrer-Pläne "entsetzt"

14. August 2001, 16:20
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Studentenvertreter kritisieren "Abschaffung der Mitbestimmung"

Wien - "Entsetzt" zeigte sich die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) über das von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer im Ministerrat präsentierte Konzept zur Autonomie der Universitäten. Obwohl das gesamte "Ausmaß der Zerstörung der demokratischen Strukturen" an den Universitäten auf Grund der unzureichenden Präsentation des Konzepts noch nicht erkennbar sei, gehe aus der Punktation deutlich hervor, dass die studentische Mitbestimmung abgeschafft werden solle, hieß es in einer Aussendung.

Die so genannte Universitätsreform - "bestehend aus Studiengebühren, Dienstrecht, Abschaffung der studentischen Mitbestimmung und der Vollrechtsfähigkeit" - werde das Universitätswesen um fünfzig Jahre ins Zeitalter der "Ordinarien-Universität für Reiche" zurückwerfen. Von Einschränkung der studentischen Mitbestimmung könne hier nicht mehr gesprochen werden, meinte ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger (Grüne und Alternative StudentInnen): "Dieses Konzept bedeutet deren Abschaffung."

"Feigenblatt"

Im neuen Universitätssenat, in dem Studierende nur mit einem Viertel der Stimmen und Assistenten praktisch gar nicht mehr vertreten sein würden, könnten Professoren jeden studentischen Vorschlag niederstimmen, kritisierte Weinberger. Das Gremium sei für die Erstellung von umfangreichen und detaillierten Studienplänen sämtlicher Studienrichtungen komplett ungeeignet, den Studierenden würde dort bestenfalls die Funktion eines "Feigenblattes" zukommen.

Durch die Reform befürchtet die ÖH den Ausschluss sozial Schwacher von universitärer Bildung sowie "Auftragsforschung" an den wirtschaftlich abhängigen Unis. Außerdem würden nicht wirtschaftlich orientierte Studienfächer abgeschafft werden und die Frauenquote sinken. Vor der Präsentation der "Langfassung" des Autonomie-Konzepts in den kommenden Wochen will die ÖH ein eigenes Papier mit Vorstellungen und Forderungen zur Universitätsstruktur sowie zur studentischen Mitbestimmung vorstellen. (APA)

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