Chronologie der Mazedonien-Krise

13. August 2001, 13:44
posten

Bewaffnete Albanerrebellion begann im Jänner

Skopje - Ohne Blutvergießen hatte sich die südlichste Teilrepublik Mazedonien vor zehn Jahren aus der zerfallenen jugoslawischen Föderation lösen können. Die Krise im Verhältnis zwischen der slawischen Mehrheit und der albanischen Minderheit eskalierte Anfang des Jahres mit den ersten bewaffneten Angriffen albanischer Rebellen aus dem Kosovo.

22. Jänner 2001 - Bei einem Granatenangriff auf eine Polizeistation in dem überwiegend von Albanern bewohnten Dorf Tearce wird ein Beamter getötet, drei weitere werden verletzt.

12. Februar - Erste Kämpfe zwischen mazedonischen Sicherheitskräften und albanischen UCK-Rebellen bei der nordwestlichen Ortschaft Tanusevci.

4. März - Bei Kämpfen im Grenzgebiet zum Kosovo werden drei mazedonische Soldaten getötet.

6. März - Der mazedonischen Armee gelingt es, gemeinsam mit der NATO-geführten Kosovo-Truppe KFOR die Angriffe albanischer Rebellen im Grenzgebiet einzudämmen. Die Region rund um das Tanusevci wird abgeriegelt.


8. März - Albanische Extremisten überfallen einen mazedonischen Regierungskonvoi, ein Fahrer wird getötet.

14. März - UCK-Rebellen beschießen Polizisten in Tetovo, der zweitgrößten Stadt Mazedoniens. Bei Kampfhandlungen werden zehn Personen verletzt.

15. März - Die albanischen Rebellen rücken bis auf 20 Kilometer an die Hauptstadt Skopje heran.

18. März - Angesichts anhaltender Kämpfe verhängt Ministerpräsident Ljubco Georgievski eine sofortige Ausgangssperre in Tetovo. Die Regierung mobilisiert Teile der Reserveinfanterie.

20. März - Die UCK-Rebellen stellen der mazedonischen Regierung ein Ultimatum, mit dem sie Verhandlungen über die Umwandlung des Landes in eine Konföderation aus einem albanischen und einem slawischen Teil erzwingen wollen.

21. März - Wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums der mazedonischen Regierung kündigt die UCK eine Feuerpause an.

22. März - Der mazedonische Staatspräsident Boris Trajkovski kündigt ein härteres Vorgehen gegen die Rebellen an. Sicherheitskräfte starten eine Offensive im Gebiet um Tetovo.

28. April - Acht Soldaten und Polizisten werden in einem UCK-Hinterhalt bei Tetovo getötet.

3. Mai - Die Regierung startet eine erfolglose Militäroffensive in der Region von Kumanovo.
13. Mai - Bildung einer Konzentrationsregierung in Skopje unter Einschluss der beiden großen albanischen Parteien.

23. Mai - Erste Regierungskrise nach Bekanntwerden eines Abkommens zwischen den Albanerparteien und der UCK. 8. Juni - Die UCK bringt die Ortschaft Aracinovo bei Skopje unter ihre Kontrolle.

15.-20. Juni - Verhandlungen zwischen slawischen und albanischen Regierungsparteien schlagen fehl.

24. Juni - Der EU-Repräsentant Javier Solana erzwingt einen Waffenstillstand; die NATO evakuiert die UCK-Kämpfer aus Aracinovo, ohne sie zu entwaffnen. Unter den UCK-Kämpfern befinden sich amerikanische Berater. Anti-NATO-Demonstrationen in Skopje.

28. Juni - Die EU setzt den französischen Ex-Verteidigungsminister Francois Leotard als Mazedonien-Sonderbeauftragten ein. Der ehemalige französische Justizminister Robert Badinter soll die mazedonische Regierung bei einer Verfassungsreform zu Gunsten der albanischen Bevölkerungsgruppe beraten.

5. Juli - Waffenstillstand unter UNO-Schirmherrschaft, doch die Kampfhandlungen mit der UCK im Raum Tetovo gehen weiter.

19. Juli - Die Albanerparteien setzen die Verhandlungen aus. Drei EU-Berater kommen bei einer Minenexplosion ums Leben.

22.-24. Juli - Heftige Kämpfe bei Tetovo. Die Regierung in Skopje richtet schwere Vorwürfe gegen die NATO, der sie Begünstigung der albanischen Rebellen vorwirft.

28. Juli - Beginn der Verhandlungen am Ohridsee unter der Schirmherrschaft von EU und NATO.

5. August - Nach einer grundsätzlichen Einigung im Sprachenstreit vereinbaren die Konfliktparteien unter Vermittlung Solanas eine Reform der Polizeikräfte.

8. August - Ein Armeekonvoi gerät in einen UCK-Hinterhalt, zehn Soldaten werden getötet.

11.-12. August - Neue Großoffensive der Armee gegen Rebellen.

13. August - Geplante Unterzeichnung des Friedensvertrages. (APA/AP)

Share if you care.